Bauprogramm für 2022 vorgestellt:

Elf Kreisstraßen in Waldeck-Frankenberg werden nächstes Jahr erneuert

Auf der maroden Kreisstraße von Schweinsbühl nach Rhena: Links Vizelandrat Karl-Friedrich Frese, der sich mit Sachbearbeiter Adolf Scheuermann vom Fachdienst Bauen die Schäden und die Planungen anschaut. Die Fahrbahndecke soll 2022 erneuert werden.
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Auf der maroden Kreisstraße von Schweinsbühl nach Rhena: Links Vizelandrat Karl-Friedrich Frese, der sich mit Adolf Scheuermann die Schäden und die Planungen anschaut. Die Fahrbahndecke soll 2022 erneuert werden.

Auch im nächsten Jahr will der Kreis sechs bis sieben Millionen Euro in die Sanierung der Kreisstraßen investieren. Das kündigt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese an.

Waldeck-Frankenberg – Elf Abschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 16 Kilometern sind im Bauprogramm 2022 vorgesehen:

  • Für drei Straßenabschnitte ist der Ausbau geplant,
  • für acht Straßen ist eine Erneuerung der Fahrbahndecke vorgesehen.

„Mit der Deckenerneuerung machen wir ein bisschen Strecke“, sagt Frese. Weit aufwendiger sei der komplette Ausbau, für den es aber Fördergelder gebe. In der Regel werde pro Jahr eine Straße mit erhöhten Verkehrsaufkommen ausgebaut, nächstes Jahr sollten es drei sein.

Radwege mitplanen

Seit zwei, drei Jahren achte der Kreis dabei darauf, auch Radwege entlang der Straße anzulegen – dafür stehen Landesgelder zur Verfügung. Schließlich gewinne der Alltagsradverkehr immer mehr an Bedeutung, sagt Fese. Wie berichtet, ist derzeit ein kreisweites Wegekonzept in Arbeit, an dem sich auch zahlreiche Einwohner mit Hinweisen und Wünschen beteiligt haben.

Elf Projekte auf der Prioritätenliste

Was im nächsten Jahr im Einzelnen vorgesehen ist, erläutern Karl-Friedrich Frese und Adolf Scheuermann vom Fachdienst Bauen:

  • Kreisstraße 43 in Bad Wildungen: grundhafte Erneuerung der Strecke zwischen dem Hainaer Weiler Fischbach und dem Bad Wildunger Stadtteil Armsfeld mit Vollausbau auf sechs Meter Fahrbahnbreite und dem Bau eines Radweges. Länge: 1,76 Kilometer, Kosten: 2 Millionen Euro für 2022 und eine weitere Million für 2023.
  • Kreisstraße 117 in Burgwald: Ausbau des Abschnitts von der Bundesstraße 252 nach Ernsthausen bis Wiesenfeld, Länge: 1,75 Kilometer, Kosten: 1,4 Millionen Euro.
  • Kreisstraße 117 in Burgwald: Ausbau eines Teilabschnitts von Wiesenfeld bis zum Abzweig nach Burgwald, Länge: 0,7 Kilometer, Kosten: 600 000 Euro.
  • Kreisstraße 15 in Korbach: zweiter Teil der Deckenerneuerung auf dem Abschnitt von Strothe zur Landesstraße 3083. Länge: 1,15 Kilometer, Kosten: 250 000 Euro. Die Auftragsvergabe ist nach Angaben Freses noch in diesem Jahr geplant, weil noch Gelder im Haushalt 2021 bereit stehen.
  • Kreisstraße 25 in Vöhl: Deckenerneuerung im Abschnitt von Obernburg bis zum Abzweig nach Thalitter, Länge: ein Kilometer, Kosten: 420 000 Euro.
  • Kreisstraße 47 in Haina: Deckenerneuerung der Hüttenroder Ortsdurchfahrt, Länge: 150 Meter, Kosten: 75 000 Euro.
  • Kreisstraße 47 in Haina: Deckenerneuerung vom Abzweig der Kreisstraße 106 bis nach Hüttenrode, Länge: 1,1 Kilometer, Kosten: 520 000 Euro.
  • Kreisstraße 68 in Diemelsee und Korbach: Deckenerneuerung vom Abzweig der Kreisstraße 67 nach Schweinsbühl in Richtung Bahnbrücke vor Rhena, Länge: 2,5 Kilometer, Kosten: 750 000 Euro.
  • Kreisstraße 96 in Frankenberg und Frankenau: Deckenerneuerung auf dem Abschnitt von Haubern bis Dainrode, Länge: 1,53 Kilometer, Kosten: 730 000 Euro.
  • Kreisstraße 101 in Haina: Deckenerneuerung vom Abzweig nach Altenhaina bis zum Abzweig nach Haina bei Kirschgarten, Länge: 1,3 Kilometer, Kosten: 570 000 Euro.
  • Kreisstraße 112 in Hatzfeld: Deckenerneuerung von Hatzfeld bis zum Lindenhof, Länge: 3,23 Kilometer, Kosten:1,4 Millionen Euro.
  • Außerdem sind Planungskosten für Ausbauten in den nächsten Jahren veranschlagt. 
Nächstes Jahr laufen bereits die Planungen für die Kreisstraße 50 von Ober-Ense bis Immighausen an, die 2023/24 erneuert werden soll. Geprüft wird, ob ein Radweg neben der Fahrbahn gebaut werden kann. Links Vizelandrat Karl-Friedrich Frese, der mit Adolf Scheuermann vom Fachdienst Bauen Möglichkeiten bespricht.

Investitionsbedarf: 8,9 Millionen Euro

Der Investitionsbedarf für die elf Abschnitte ist mit 8,9 Millionen Euro kalkuliert. Was ins Bauprogramm aufgenommen wird, entscheidet letztlich der Kreistag: Er genehmigt den Haushalt für 2022, den der scheidende Landrat Dr. Reinhard Kubat in der Sitzung am 13. Dezember vorlegt.

Die Finanzierung des Straßenbauprogramms 2022 sei zudem durch Verpflichtungsermächtigungen sichergestellt, erklärt Frese. Das erlaube es, bereits Aufträge zu vergeben, bevor der eigentliche Etat im April oder Mai genehmigt werde.

Fachdienst Bauen wählt Strecken aus

Bislang hat Hessen-Mobil die Strecken ausgewählt und dabei auch Wünsche der Kommunen berücksichtigt. Inzwischen greift eine feste Planung, in der Adolf Scheuermann vom Fachdienst Bauen alle Projekte bis 2027 nach Priorität zusammengestellt hat. Sie beruht auf der Untersuchung einer „Straßenzustandsverfassung“.

Auf dieser Datengrundlage stellt Scheuermann nach fachlichen Kriterien fest, welche Strecken als nächstes ausgebaut oder erneuert werden sollten. Ziel sei, in die Planung „ein System reinzukriegen“, sagt Frese. Was letztlich gebaut wird, ist aber eine Entscheidung der Politik, denn sie muss das erforderliche Geld bereitstellen.

Enge Abstimmung mit den 22 Kommunen

Allerdings könne es Änderungen geben: Beim Kreisstraßenbau ist eine enge Abstimmung mit den 22 Kommunen erforderlich. Mit Aufwand verbunden seien gerade die Planungen bei Ortsdurchfahrten, berichtet Frese: Erst müssten die Kommunen prüfen, ob auch die Kanalisation und Wasserleitungen erneuert werden müssen – was auf Kosten der Gemeinden geht.

Auch neue Gehwege sind Angelegenheit der Kommunen – bei der Gestaltung wollen die Ortsbeiräte mitreden. Bushaltestellen müssen möglichst barrierefrei angelegt werden. „Wir müssen das Rad deshalb etwas größer drehen“, sagt Frese. Daher hat Adolf Scheuermann vom Fachdienst Bauen bei der Aufstellung der Prioritätenliste alle 22 Bürgermeister oder Bauamtsleiter aufgesucht, um sich mit ihnen abzustimmen.

Außerdem gebe es parallel zu den Planungen Gespräche mit den Energieversorgern oder der Telekom, die eigene Leitungen in einer Straße liegen haben oder welche bauen wollen, berichtet Scheuermann. „Das bedarf alles einer Vorlaufzeit.“

Pläne mit Hessen-Mobil abstimmen

Abstimmungen sind auch mit Hessen-Mobil erforderlich – gerade beim Zeitplan für Bauarbeiten. Denn bei größeren Projekten sind auch die Umleitungen zu berücksichtigen, die oft über Kreisstraßen führen.

Längstes Kreisstraßen-Netz in Hessen

Waldeck-Frankenberg verfügt mit rund 480 Kilometern Kreisstraßen über das längste Netz in Hessen. Alle fünf Jahre lässt der Fachdienst Bauen die „Straßenzustandsverfassung“ ermitteln, zuletzt 2019. Danach stellt der Fachdienst für jedes Jahr eine Prioritätenliste der Strecken auf, die ausgebaut werden oder eine neue Decke erhalten sollten. Bis einschließlich 2026 stehen 63 Straßenabschnitte an, veranschlagte Gesamtinvestitionen: rund 48,5 Millionen Euro. 

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