Kreis zieht positive Bilanz

Ende nach 121 000 Impfungen: Waldeck-Frankenberger Impfzentrum geschlossen

Letzter Impftag im Impfzentrum für den Landkreis Waldeck-Frankenberg: In der Großsporthalle der Louis-Peter-Schule auf der Hauer in Korbach haben sich am Montag die letzten Impfwilligen angemeldet.
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Letzter Impftag im Impfzentrum für den Landkreis Waldeck-Frankenberg: In der Großsporthalle der Louis-Peter-Schule auf der Hauer in Korbach haben sich am Montag die letzten Impfwilligen angemeldet.

Das Impfzentrum für Waldeck-Frankenberg ist nach acht Monaten Geschichte: Die letzte Dosis Impfstoff ist am Montag aufgezogen und verspritzt worden. Seit Dienstag wird die Einrichtung in der Großsporthalle der Louis-Peter-Schule in Korbach wieder zurückgebaut.

Waldeck-Frankenberg – Insgesamt 121 401 Impfdosen haben die medizinischen Mitarbeiter des Impfzentrums in den vergangenen Monaten verabreicht. 39,6 Prozent der Waldeck-Frankenberger haben dort ihre Erstimpfung erhalten und 38,1 Prozent den vollen Impfschutz. „Wir haben viele Menschen in Waldeck-Frankenberg erreicht und unseren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet“, zieht Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese eine positive Bilanz. Zum 1. Oktober übernehmen die niedergelassenen Ärzte das Impfen. Für den Bedarfsfall stehe aber noch das „mobile Impfteam“ bereit, berichtete Frese. „Wir glauben, dass wir damit ganz gut aufgestellt sind.“

Am häufigsten wurde Biontech im Waldeck-Frankenberger Impfzentrum verimpft: 40.756 Mal wurde der Impfstoff bei den Erstimpfungen verabreicht, 45.132 Mal für den vollständigen Impfschutz. Es folgen Astra-Zeneca (Erstimpfung: 13.424, Zweitimpfung: 2270) und Moderna (Erstimpfung: 7679, Zweitimpfung: 10.897). Vom Janssen-Impfstoff (Johnson & Johnson) war nur eine Spritze für den vollständigen Impfschutz nötig. Sie wurde 1243 Mal verabreicht.

Impfkomplikationen seien aus dem Impfzentrum keine bekannt, teilt der Landkreis mit. Und auch bewusste Störungen, Sachbeschädigungen oder gar Drohungen habe es nicht gegeben.

In den ersten Monaten arbeitete das Impfzentrum weit unter der Kapazitätsgrenze von 1000 Impfungen pro Tag – weil nicht genügend Impfstoff da war. Zuletzt wurden die Ressourcen nicht ausgeschöpft, weil die Nachfrage gesunken war. Letztlich ist das Impfzentrum nur kurze Zeit unter Volllast gefahren. Den Tagesrekord erreichte es am Samstag, 24. April, mit 1664 Besuchern.

Trotz schwankender Nachfrage musste nur wenig übrig gebliebener Impfstoff entsorgt werden. Menge und Art des Impfstoffes wurde bis Mitte des Jahres durch das Land Hessen zugewiesen, danach konnte das Impfzentrum bedarfsorientiert bestellen. Durch die Impfnachrückerplattform sind laut Landkreis verwendbare Dosen tatsächlich auch noch verabreicht worden. Lediglich eine sehr geringe Anzahl von Einzelimpfdosen, die bereits zum Aufziehen der Spritzen vorbereitet worden waren, sei verworfen – sprich: entsorgt – worden.

Auch personell hat das Impfzentrum immer wieder nachgesteuert: „Es war gut, dass wir das Zentrum selbst betrieben und nicht durch Outsourcing weggegeben haben“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. So habe das Personal flexibel an die Auslastung angepasst werden können. „Außerdem konnten wir auf das Fachwissen der Kreisverwaltung zurückgreifen.“ So habe beispielsweise der Fachdienst Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz das Zentrum organisiert, die hauseigene EDV habe Programme entwickelt.

Das Zentrum war Ende 2020 innerhalb weniger Tage aufgebaut und am 11. Dezember dem Land einsatzbereit gemeldet worden. Erst nach Lieferung der ersten Impfdosen am 9. Februar hat es seinen Betrieb aufgenommen.

Insgesamt waren rund 790 Mitarbeiter im Einsatz – aus der Verwaltung des Kreises und der Kommunen, der Sparkasse, der Energie Waldeck-Frankenberg, des Jobcenters und der Bundeswehr, dazu Ärzte und medizinisches Personal, Sicherheits- und Reinigungspersonal. Welche Kosten durch den Betrieb entstanden sind, kann der Landkreis nicht sagen: Für die finanzielle Abwicklung sei das Land zuständig.

Mit dem Rückbau ist am Dienstag begonnen worden. Wenn die Aufbauten und die Infrastruktur in der Halle abgebaut sind, wird sie auf eventuellen Schäden begutachtet. Im Blick ist dabei insbesondere der Sportboden. Derzeit sei vorgesehen, die Halle nach den Herbstferien im November dem Schulsport und den Vereinen wieder zugänglich zu machen, so Frese.

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