Waldeck-Frankenberg

Der Entdecker des Korbacher "Urwelt-Dackels" - Video

- Korbach (jk). Die fossile Tierwelt aus der "Korbacher Spalte" verknüpft Wissenschaft weltweit. Der international renommierte Forscher Professor Hans-Dieter Sues (Washington) untermauerte dies am Freitagabend in einem spannenden und lehrreichen Vortrag. - Video zur Korbacher Spalte und dem "korbacher Dackel" online

Da war es, das Glanzlicht des ersten internationalen Symposiums zur "Korbacher Spalte": Rund 150 Zuhörer verfolgten die Präsentation von Hans-Dieter Sues, hochkarätiger Wissenschaftler der Smithsonian Institution im US-amerikanischen Washington. Seine Wurzeln liegen in Mainz, dann ging er in die USA, wo er 1988 erstmals mit Knochen aus Fisselers Steinbruch in Berührung kam. Der deutsche Kollege Jürgen Boy aus Mainz hielt den versteinerten Unterkiefer eines Procynosuchus in der Hand. Die Besonderheiten: Procynosuchus ist "der älteste bekannte Vertreter unserer Stammlinie", also ein Urahn aller Säugetiere bis hin zum Menschen. Zudem waren bis Ende der 80er-Jahre solche Knochenfunde nur aus dem südlichen Afrika bekannt. Das Stück aus Korbach war also eine echte Sensation. Kurz darauf traf sich Sues dann in Washington mit dem Karlsruher Präparator und Fossilienexperten Wolfgang Munk. Devise: "Wollen wir nicht mal in der Korbacher Spalte gucken." Das sollte der Auftakt werden für erste wissenschaftliche Veröffentlichungen und seit 1991 einer jahrelangen Grabungsserie, die Korbach weltweit ins Rampenlicht der Permzeit-Forscher rückte.

Nach zwölf Jahren Pause ist Sues, quasi der Entdecker des Korbacher "Urwelt-Dackels", zum Symposium nach Waldeck-Frankenberg zurückgekehrt. Wissenschaftlich souverän, durchaus amüsant und somit auch für ein breites Publikum verständlich, gab Sues Einblick in die facettenreiche Erdgeschichte - stets die rund 250 Millionen Jahre alte "Korbacher Spalte" im Visier. Sues machte deutlich, das die Fossilien aus Korbach herausragende wissenschaftliche Bedeutung haben: "Korbach ist Repräsentant einer weltweiten Oberperm-Fauna." Einfacher formuliert: "Korbach hat etwas getan, wovon viele heute reden - Globalisierung" im Zeichen der Forschung.

"Es bestehen für die Zukunft ausgezeichnete Möglichkeiten", appellierte Sues, die Forschung zur "Korbacher Spalte" wieder zu forcieren. Die Fossilien seien "Zeugnisse von bleibendem Wert". Zudem wachse international enormes Interesse an Öko- und Natur-Tourismus, verwies Sues gegenüber WLZ-FZ auf seine Erfahrungen in den USA. Sues lobte dabei die Initiative für den Nationalen Geopark "Grenzwelten" mit Korbach im Zentrum. "Ich hoffe, dass Land, Kreis und Stadt dies weiter voranbringen."

Am Ende gab es großen Applaus für den Forscher, der eigens aus Washington nach Korbach gereist war. Applaus damit aber auch für die Organisatoren des internationalen Symposiums, die offenbar einen Volltreffer gelandet haben. Am Samstag, 30. Oktober, ab 10 Uhr, laufen in der Korbacher Stadthalle zahlreiche Fachvorträge, darunter auch zu Geopark und Goldbergbau am Eisenberg.

Eine Bildergalerie zu Empfang, Exkursionen und Vortrag beim Symposium gibt es hier:

Hier geht es zum Video:

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