Waldeck-Frankenberg

„Erleben erneut Herbstaufschwung“

- Waldeck-Frankenberg (tk). Wieder ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis gesunken. Die Quote von 4,5 Prozent markiert einen neuen Tiefstand: Zuletzt lag die Arbeitslosigkeit vor 19 Jahren auf diesem niedrigen Niveau. .

„Wir erleben erneut einen Herbstaufschwung“, erklärte Agenturchef Uwe Kemper, der gestern die September-Arbeitsmarktzahlenin der Korbacher Agentur für Arbeit vorstellte. Er sprach von einer „sensationellen Quote“, wies jedoch auch darauf hin, dass sich der Abstand zu den schlechteren Werten des Vorjahres verringere. „Die Dynamik ist ein Stück weit raus“, so Kemper, „wir gehen in Normalstellung.“

Erwartungsgemäß profitierten mit Beginn des Ausbildungs- und Studienjahres vor allem Jugendliche und junge Erwachsene vom anhaltend positiven Trend. So sank die Zahl der Arbeitslosen 15- bis 25-Jährigen im Vergleich zum Vormonat um 13,2 Prozent, von 508 auf nunmehr 441 Berufsanfänger. Fast dreimal so hoch war bis vor wenigen Monaten noch die Zahl der Arbeitslosen am anderen Ende der Altersskala. Von den 50- bis 65-Jährigen konnten nach Angaben der Arbeitsagentur im Vergleich zum August 6,6 Prozent und im September 2010 9,3 Prozent erfolgreich vermittelt werden. Mit 1254 Personen und einer Arbeitslosenquote, die mit 5,1 Prozent deutlich über dem Durchschnitt liegt, stellt diese Gruppe jedoch nach wie vor einen großen Teil aller Arbeitslosen im Landkreis. Und das trotz eines rekordverdächtig hohen Bestandes offener Stellen.

„Die Älteren bleiben zu lange arbeitslos und entfernen sich somit von den Erwartungen des Marktes“, umreißt Kemper das Problem. Die oftmals fehlende Qualifikation ist nach seiner Ansicht nicht zuletzt gesellschaftspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte geschuldet. Großzügige Vorruhestandsregelungen und staatliche geförderte Altersteilzeitmodelle führten nicht dazu, die Motivation fürs neuerdings propagierte „lebenslange Lernen“ zu erhöhen. Diese Versäumnisse ließen sich nicht binnen weniger Monate nachholen.

Mit Programmen wie „Perspektive 50plus“ versuchen Agentur und Jobcenter, mehr Bewegung in dieses Segment des Arbeitsmarktes zu bringen. 130 ältere Arbeitslose seien auf diesem Weg bereits in Vollzeitstellen vermittelt worden, berichtet Jobcenter-Geschäftsführer Reinhold Lohmar. Die individuell zugeschnittenen Förderprogramme dauerten bis zu zwölf Monaten. In Einzelfällen komme eine Vermittlung auch früher zustande.

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