Waldeck-Frankenberg

„Ernste Lage“ als Kündigungsgrund

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- Waldeck-Frankenberg (tk). Personalabbau bei der Beschäftigungsgesellschaft Waldeck-Frankenberg (BWF): Mindestens zehn Mitarbeiter müssen gehen.

. „Die Lage ist ernst, eröffnet uns aber auch neue Entwicklungschancen“: Beileibe nicht bloß als Zweckoptimismus möchte BWF-Geschäftsführer Volker Heß seine Einschätzung der Situation verstanden wissen. Die Entlassung von mindestens zehn, möglicherweise auch noch mehr Mitarbeitern kündigte er in einer Betriebsversammlung für die insgesamt 40 Beschäftigten an. Mit dem Betriebsrat soll über einen Sozialplan verhandelt werden. Viele der Betroffenen arbeiten bereits seit Längerem für die BWF, haben deshalb mehrmonatige Kündigungsfristen, erklärt Heß.

Ursache des Personalabbaus: Die Zahl der sogenannten Ein-Euro-Jobber, die von der BWF in Arbeitsgelegenheiten vermittelt und von den Mitarbeitern fachlich und sozialpädagogisch betreut werden, geht drastisch zurück. Bis zu Jahresbeginn waren es noch 115 Personen, deren Rückkehr in einen Beruf auf diese Weise erleichtert werden sollte. Ab 1. Januar hat sich die Zahl halbiert. Und Bundesarbeitsministerin von der Leyen verschärft die Regeln für die Arbeitsgelegenheiten weiter. Außerdem sinken die Bundesmittel. Die Folge: Ab morgen (1. Juli) reicht das BWF-Budget nur noch für 40 Ein-Euro-Jobber.

Für das nächste Jahr plant das Bundeskabinett, den Zuschuss pro Monat und Arbeitsgelegenheit nochmals auf 120 Euro zu kürzen. Für Heß ist klar: „Unter diesen Umständen kann unser Konzept nicht weiter finanziert werden. Die Bundespolitik führt dazu, dass wir unsere Zielgruppe verlieren.“

Noch ein zweites Standbein der BWF wackelt. Bislang absolvierten viele Jugendliche und erwachsene Langzeitarbeitslose ihre Ausbildung, Umschulung und Weiterqualifizierung in der Küche oder im Übungsrestaurant der BWF. „Es wird zunehmend schwieriger, Teilnehmer zu finden“, bescheinigt der Geschäftsführer. Denn in dem Maße, in dem die Schülerzahlen sinken, steigt die Bereitschaft der Ausbildungsbetriebe, auch Bewerber ohne Bestnoten einzustellen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 30.Juni

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