Bauern fangen an, Tiere zu verkaufen

Erntebilanz im Kreis: Dürre mindert Ertrag, Viehfutter wird knapp

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Zu klein: (vorne von links) Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes Karsten Schmal und Kreislandwirt Fritz Schäfer begutachten den Mais beim Erntegespräch auf dem Hof von (links) Mareike und Marco Schöneweis in Buchenberg

Waldeck-Frankenberg. Die lang anhaltende Trockenheit und die daraus resultierende verkürzte Vegetationszeit haben bei den Landwirten in Waldeck-Frankenberg zum Teil zu gravierenden Ertragseinbußen geführt. Das ist ein Fazit der Erntebilanz der beiden Kreisbauernverbände.

„Die Ausfälle beim Getreide liegen zwischen 15 und 25 Prozent“, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Olaf Fackiner gestern beim Erntegespräch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schöneweis in Buchenbergs. 

Das Ausmaß sei abhängig von der Regenmenge gewesen, die sehr unterschiedlich ausgefallen sei: „Bottendorf hatte beispielsweise 100 Liter Regen pro Quadratmeter mehr als Friedrichshausen, das nur drei Kilometer entfernt liegt“, so Fackiner. 

Zudem spielte auch die Bodenbeschaffenheit eine Rolle: „Auf guten Böden mit entsprechender Wasserspeicherfähigkeit konnte eine fast normale Ernte eingefahren werden. Auf schlechten Standorten hat es Mindererträge von bis zu 40 Prozent gegeben.“ Die Verluste könnten zum Teil aufgefangen werden, da die Getreidepreise derzeit anstiegen. 

Schwierig sei die Lage in den Futterbaubetrieben, die Tiere zu versorgen hätten und jetzt zum Teil schon Winterfutter beifüttern müssten. „Die Wiesen und Weiden sind vertrocknet. In manchen Betrieben war nur der erste Grasschnitt normal, beim zweiten mussten schon Abstriche gemacht werden, der dritte ist ganz ausgefallen und mit dem vierten sieht es momentan nicht gut aus“, so Fackiner. Auch der Mais stehe nicht gut und werde in den nächsten Tagen geerntet – zwei Monate früher als üblich.

„Betriebe, die nicht noch einen Futtervorrat aus dem letzten Jahr haben, fangen an, Tiere zu verkaufen, weil man auch kein Futter zukaufen kann.“ Biertreber, der als Futtermittel engesetzt werden könne, sei schon um 15 Prozent im Preis gestiegen.

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