Identitätsklau: Betrüger drohen mit Missbrauch

Erpressung nach Kaufangebot im Internet

Waldeck-Frankenberg - Eine neue Masche der Erpressung ist aus Niedersachsen auch in den Landkreis geschwappt. Letzte Woche wurde ein Fall bei der hiesigen Polizei angezeigt.

Über eine Verkaufsplattform im Internet wollte der Betroffene eine Ware verkaufen. Innerhalb kurzer Zeit wurde er von einem angeblichen Interessenten angeschrieben und um die Übermittlung von persönlichen Daten (Kopie des Personalausweises und Bankdaten) gebeten. Das nichts Böses ahnende Opfer kam dieser Bitte nach und schickte den eingescannten Personalausweis an den angeblichen Käufer. Über mehrere Tage erfolgte keine weitere Kontaktaufnahme durch den Kaufinteressenten. Auch wurde kein Geld für die Ware überwiesen. Kurze Zeit später erhielt das Opfer per Post einen Erpresserbrief. Darin wurde dargestellt, dass man im Besitz der Identität des Angeschriebenen sei. Die entsprechenden Daten wurden im Brief auch ausführlich dargestellt (inkl. Ausweiskopie). Der Bedrohte wurde aufgefordert, einen gewissen Bitcoin-Betrag (eine Bezahlwährung im Internet) auf eine spezielle Adresse zu senden (derzeit entsprechen 0.5 Bitcoins ca. 185 Euro). Würde dies nicht innerhalb einer vorgegebenen kurzen Zeit erfolgen, so würden die Täter die in ihrem Besitz befindlichen Daten missbrauchen. Angedroht wurden Sperrungen von Konten, Handyverträgen und Versicherungen, Einkaufen von Waren aller Art, Bestellungen von Taxidiensten, Meldungen von Verbrechen an die Polizei, Einrichten von Bankkonten, Aufnahme von Krediten, Kinderpornografie, illegale Waren einkaufen usw. Wer auf diese Forderung nicht einging, erhielt wenig später einen zweiten Brief mit einer weiteren Frist und der erneuten Aufforderung zur Bezahlung.Die Polizei rät in diesem Fall: Geben Sie bei Internetverkäufen und Kontakten keine persönlichen Daten an unbekannte, angebliche Käufer weiter (z.B. Personalausweiskopie)! Sollten Sie bereits auf diese Masche hereingefallen sein und durch Cyberkriminelle auf diese Art erpresst werden, wenden Sie sich unverzüglich an die Polizei. Wichtig: Löschen Sie keine Daten von Ihrem Computer, die möglicherweise Hinweise auf die Täter geben können. (r)

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