Momente im Advent: Singen, tanzen und musizieren gehört zur Weihnachtszeit an der Schule

Erst aufgeregt, dann erleichtert

Für viele Erstklässler der Wigand-Gerstenberg-Schule ist das Weihnachtskonzert der erste große, öffentliche Auftritt. Sophia Nebert und Mattis Wagener aus der vierten Klasse sind dagegen schon „alte Hasen“ im Showgeschäft. Fotos: Dorothea Wagener

Frankenberg - Noch ein paar Minuten, dann geht es los: Ganz viele Leute sitzen in der Turnhalle der Wigand-Gerstenberg-Schule in Frankenberg. Dort findet gleich ein Weihnachtskonzert statt. Kinder wie Eltern sind aufgeregt.

Überall auf der Welt finden vor Weihnachten Konzerte und Aufführungen statt, damit die Menschen sich auf die Weihnachtszeit einstimmen können. Viele Wochen lang haben die Kinder geprobt und geübt, um ihren Familien dann ein Lächeln, Tränen der Rührung und vor allem einen herzlichen Applaus abzugewinnen. Die Zuschauer können sich ganz entspannt auf einen kurzen Moment des Innehaltens im Advent freuen, und doch weiß man manchmal nicht genau, wer eigentlich aufgeregter ist, die Eltern oder ihre Kinder, die gleich auf der Bühne etwas vorspielen und vorsingen werden.

Chorleiterin Heidi Müller hat mit dem Schulchor ein weihnachtliches Programm erarbeitet. Da stehen Podeste und ganz viele Mikrofone. Die Tanz-AG hat mit Rudi und Thisa Herguth eine flotte Tanzeinlage einstudiert. Schulleiterin Christiane Lücke übte mit den Erstklässlern ein Lied mit passenden Bewegungen ein, und die Instrumental-AG probte am Vormittag mit ihrer Leiterin Kerstin Schmidt nochmal das auswendig gelernte und mit Orffschen Instrumenten vertonte Gedicht. Und dann soll es ein Mini-Musical der Musical-AG geben, Heidi Müller lässt die Kinder sich in Sterne verwandeln. Überall stehen Instrumente und liegen Kabel. Während die überwältigend niedlichen Erstklässler vor Spannung erstarrt schon auf der Bank sitzen, steigt die aufgeregte Aktivität der älteren Kinder. Nochmal schnell durch die Turnhalle jagen, bevor gleich große Konzentration herrscht. Doch bei einigen ist das anders.

Sophia und Mattis, beide aus der vierten Klasse, sind wie auch andere Kinder der Schule „ganz alte Hasen“ im Showbusiness. Sophia kann Flöte und Klavier spielen und singt im Chor und bei der Musical-AG mit. „Als ich das erste Mal etwas vorspielen sollte, war ich sehr aufgeregt. Aber jetzt gar nicht mehr. Und doch fällt mir ein Stein vom Herzen, wenn der Applaus kommt. Das fühlt sich toll an!“ Und dann meint sie noch: „Schade, wenn‘s vorbei ist.“

Mattis hat schon ein paarmal vor Hunderten von Leuten alleine gesungen. „Da war ich furchtbar nervös und dann total stolz, als ich den Applaus ganz für mich alleine bekam. Wenn ich mit dem Chor singe oder mit mehreren musiziere, bin ich nicht so aufgeregt, da fällt ja nicht so auf, wenn ich was falsch mache. Aber wenn ich was alleine vor allen Leuten machen soll, dann bin ich erleichtert, wenn ich es hinter mir habe.“

Und dann sind alle Augen auf die Schüler gerichtet. Die Tanz-AG tanzt in einheitlicher Formation sportlich und voller Euphorie, die Chorkinder singen laut und fröhlich ihr „Engel singen Gloria“, „Christmas Is Coming“ und „Gott schenkt sich selbst“, sie singen ein tolles Rhythmical, Hirtenlieder und darüber, was sie sich wünschen und reichen für einzelne Strophen das Mikrofon weiter. Die Kinder können alles auswendig und bekommen von Heidi Müller Ansagen auf Zetteln, damit sie wissen, was als nächstes an der Reihe ist. Alles läuft wie am Schnürchen.

Die Erstklässler tanzen, singen, spielen und sagen ihr zuckersüßes Gedicht über das Plätzchenbacken auf. Schließlich wird das Mini-Musical aufgeführt. Es dreht sich um einen kleinen Stern, aus dem ein besonderer Stern wird, weil er - anders als die prahlerischen großen Sterne - als einziger Maria und Josef gesehen hat.

Beim lauten Schlussbeifall sind alle Kinder, nicht nur Sophia und Mattis, erleichtert und vor allem stolz auf das Lob - stolz, dass alles geklappt hat und sich die eine oder andere Mama eine Träne trocknen musste.

Von Dorothea Wagener

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