Landwirtschaft in Hessen leidet unter Wetterkapriolen

Erst zu trocken, dann zu nass für die Ernte in Waldeck-Frankenberg

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Erntegespräch auf einem Mähdrescher in Volkmarsen: Der Kreisbauernverband war zu Gast auf dem Hof von Antje und Martin Leis. Auf dem Mähdrescher stehen der Vorsitzende des Hessischen Bauernverbands Karsten Schmal und Kreisgeschäftsführerin Stephanie Wetekam. Von links sind zu sehen: Andreas Thill, Mathias Eckel, Heinrich Heidel, Friedrich Pohlmann, Martin Leis, Martin Vollbracht, Karlfried Kuckuck, Antje Leis, Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon und Heiko Kieweg.

Waldeck-Frankenberg. Trockenheit im Frühjahr, unbeständiges Wetter im Juli und August, dazwischen immer wieder Starkregen mit bis zu 60 Litern pro Quadratmeter.

Entsprechend durchwachsen fiel die Zwischenbilanz aus, die Karsten Schmal als Präsident des Hessischen Bauernverbands gestern beim Erntegespräch auf dem Hof des Volkmarser Landwirts Martin Leis präsentierte.

Mancherorts seien die Felder total vernässt, dass Mähdrescher mit Kettenfahrwerken benötigt wurden, um die Flächen überhaupt befahren zu können. 

Schmal: „Weizen und Raps waren in der zweiten Augustwoche fast überall reif, konnten aber nicht geerntet werden, weil die Bestände durch die wiederholten Regenfälle nicht abtrockneten.“ 

Statt Backweizen werde nun aufgrund der witterungsbedingten Qualitätsminderungen vielfach nur noch Futterweizen geerntet. Es sei schon erstaunlich, dass es die Landwirtschaft trotz aller Wetterkapriolen mit Hagel, Trockenheit und Starkregen immer noch hinkriege, dass Tiere und Menschen in Deutschland nicht hungern müssten. 

Hessenweit betrachtet, falle die Erntebilanz sehr unterschiedlich aus. Die Bauern in Südhessen stünden vor ganz anderen Herausforderungen als ihre Berufskollegen im Norden. Und sogar in Waldeck-Frankenberg gibt es große Unterschiede zwischen den vergleichsweise guten Flächen in Volkmarsen und in der Buntstruth und den Schieferböden im Upland. 

Karlfried Kuckuck vom Landesbetrieb Landwirtschaft in Hessen stellte dazu fest: „Die Erträge in Waldeck-Frankenberg entwickelten sich parallel zu den Bodenpunkten.“ Gut Böden erbrachten gute Erträge, schlechte Böden eher magre Erträge. 

Sorge bereite die verzögerte Ernte den Bio-Betrieben, weil bei dem feuchten Wetter auch die Beikräuter gediehen.

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