Waldeck-Frankenberg

Den ersten Tankstellen geht der Sprit aus

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Kein Benzin mehr im Landkreis

- Waldeck-Frankenberg (jos). „Das habe ich noch nie erlebt“, sagt Christel Jäger von der Aral-Tankstelle in der Röddenauer Straße. Schon seit Samstagnachmittag gibt es an der Frankenberger Tankstelle keinen Sprit mehr. Aus etlichen weiteren Zapfsäulen im Landkreis läuft ebenfalls kein Kraftstoff.

Seit 14 Jahren arbeitet Christel Jäger bei der Tankstelle. „Dass wir einmal komplett trocken waren, daran kann ich mich nicht erinnern“, berichtet die Frankenbergerin. Die meisten Kunden gehen mit der Ausnahme-Situation recht locker um, manche haben aber auch wenig Verständnis. In Frankenberg ist die Situation allerdings bislang nicht weiter dramatisch: Bei der Shell-Station in der Ruhrstraße beispielsweise gab es am Montag noch genügend Sprit und auch die freie Tankstelle „Alte Hütte“ an der Bundesstraße Richtung Viermünden hatte die Tanks laut Marcus Fehr noch recht voll. „Bei uns gibt es keine Engpässe“, betonte der Tankstellen-Betreiber.

Härter trifft es die Autofahrer im Upland: Die Willinger Aral-Tankstelle ist die einzige Tankstelle in dem Weltcup-Ort. „Wir waren am Sonntagvormittag schon komplett ausverkauft“, berichtete Markus Rummel. Dienstagmorgen solle neuer Kraftstoff geliefert werden. Das Problem, das alle Tankstellen derzeit gemeinsam haben: Bei Glatteis dürfen Gefahrguttransporter nicht fahren. „Die Raffinerien sind voll“, sagte Rummel. Aber der Sprit komme nicht über die Autobahnen.

Optimistisch zeigte sich Hans-Jürgen Schlickewei von der Bad Arolser Aral-Tankstelle. „Ich denke, die Tanklaster fahren heute noch“, sagte der Tankstellen-Betreiber, dessen Reserven am Montag fast aufgebraucht waren. Ebenfalls beinahe ausverkauft waren sowohl Diesel als auch Super-Kraftstoffe zu diesem Zeitpunkt bei der Aral-Tankstelle von Dietmar Bücker in Sachsenhausen. Bücker saß im vorigen Winter schon einmal auf dem Trockenen – bedingt durch die lange Frostperiode im Januar und Februar. „Da sind uns 150 000 Liter durch die Lappen gegangen“, berichtete der Tankstellen-Betreiber.

Umsatzeinbußen für die Tankstellen-Betreiber sind allerdings nur ein Aspekt des Lieferproblems. Ob Rettungswagen, Abschleppdienst oder Streufahrzeuge: Sie alle sind auf Kraftstoff angewiesen. Straßenmeistereien und größere Bauhöfe haben in der Regel zwar eigene Dieseltanks – aber auch die können nur dann wieder aufgefüllt werden, wenn die Gefahrgut-Laster über die Straßen fahren dürfen...

Merh lesen Sie in der WLZ-FZ vom Dienstag, 21. Dezember

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