Bauernmolkerei Neukirchen vorläufig insolvent · Keine Auswirkungen auf Usseln

Erzeuger ziehen den Schlussstrich

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Hoffest 2011 im Käsewerk Neukirchen mit Gästen von der Bauernmolkerei Upland (v. l.): Karl-Volker Sauer (Vorstand), Josef Jakobi (Aufsichtsrat) und Karin Artzt-Steinbrink (Geschäftsführung). Die Biomilcherzeuger wollen sich von der erst vor zwei Jahren üb

Willingen / Schwalmstadt - Über das Käsewerk in Neukirchen (Schwalm-Eder-Kreis) wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Die Käserei gehört zur Gesellschaft der Biomilcherzeuger, die auch die Upländer Bauernmolkerei betreibt.

Vor gut zwei Jahren hatte die Milcherzeugergemeinschaft Hessen w.V. die Käserei übernommen. Als Betreiber wurde die Bauernmolkerei Neukirchen GmbH gegründet, die Geschäfte führt - ebenso wie bei der Bauernmolkerei in Usseln - Karin Artzt-Steinbrink aus Dalwigksthal.

Neukirchen liegt inmitten des Erfassungsgebiets der Upländer Bauernmolkerei. Der Standort sollte den Absatz von Biomilchprodukten steigern und so die Aufnahme weiterer Biolandwirte in die Erzeugergemeinschaft ermöglichen, kommentierte der Aufsichtsratsvorsitzende der Upländer Bauernmolkerei, Josef Jacobi, seinerzeit die Übernahme der Käserei in Neukirchen.

Das Käsewerk war Anfang 2011 von der Hochwald Foods GmbH übernommen worden. Die bestehende Produktion konventioneller Käsesorten - darunter die überregional bekannte Marke „Kleiner Strolch“ - wurde weitergeführt und durch den Aufbau eines Biokäsesortiments ergänzt. „Der Käse ist qualitativ sehr gut, der Absatz entwickelte sich positiv“, erläuterte die Geschäftsführerin gestern in einer Pressemitteilung. Der Anteil von Biokäse habe allerdings nicht im erhofften Maß gesteigert werden können, die Umsätze seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Nachdem auch Verhandlungen mit Kaufinteressenten nicht zum Erfolg geführt hatten, stellte am Montag die Geschäftsführerin den Antrag auf das vorläufige Insolvenzverfahren, dem noch am selben Tag stattgegeben wurde. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Reinhard Bohlig aus Korbach bestellt.

In dem Käsewerk sind 44 Menschen beschäftigt, der Betrieb läuft nach Angaben Bohligs weiter: „Der Käse wird produziert, verpackt und ausgeliefert.“ Die kommenden Wochen sollen weiter genutzt werden, um einen Käufer für das Unternehmen zu finden. Die Upländer Bauernmolkerei sei von der drohenden Zahlungsunfähigkeit des Neukirchener Betriebs nicht berührt.(r/hs)

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