WLZ/FZ-REDEWENDUNG vom 16. Oktober

Etwas aufs Tapet bringen

- (resa) Zuweilen unangenehm kann es werden, wenn einer etwas aufs Tapet bringt. Längst vergessene oder verdrängte Themen geraten dann wieder ans Tageslicht.

Denn bringt einer etwas aufs Tapet, dann bringt er etwas zur Sprache. Eine Redewendung, die laut Krüger-Lorenzen schon Schiller kannte. Doch schon im 17. Jahrhunderten, lange vor Schillers Leben und Schaffen, kultivierten findige Männer, die viel Zeit in Sitzungszimmern verbrachten, diese Redewendung. Das Tapet erinnert sprachlich an die Tapete und damit an den grünen Wandteppich in den Sitzungszimmern. Später wurden die Tische dort mit grünem Stoff überzogen. Brachte einer etwas auf das Tapet, auf die grüne Tapete also, machte er etwas so sichtbar, dass darüber 
gesprochen werden musste. Auch die Redewendung 
„etwas vom grünen Tisch her bestimmen“ hat hier 
ihren Ursprung. Man nimmt übrigens an, dass die Wurzeln der Redewendung in Frankreich lagen: „Mettre une affaire sur le tapis“ (Einen Skandal unter die Tapete legen) hieß es dort. Es meinte so viel, wie „etwas unter den Teppich kehren“ – dann doch lieber etwas aufs Tapet bringen.

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