Redewendung vom 2. April 2011

Etwas verballhornen

- (den) Wenn etwas entgegen seiner ursprünglichen Bedeutung entstellt wird, dann ist diese Sache „verballhornt“.

Pate stand für diesen Ausspruch eine leibhaftige Person: Johann Ballhorn. Im 16. Jahrhundert erschien bei dem Lübecker Buchdrucker eine fehlerhaft bearbeitete Ausgabe des lübischen Rechts. Ein Mitarbeiter hatte anscheinend versucht, vermeintliche Fehler auszubügeln – und damit die Sache nur schlimmer gemacht. Das peinliche Versehen prägte sich in den Köpfen der Menschen ein, ein halbes Jahrhundert später fand es durch Johann Peter de Memel seinen Platz in der Literatur. Eine andere Variante der Geschichte besagt, dass Ballhorn höchstpersönlich Manuskripte verschlimmbesserte. Auf den Titelseiten seiner Veröffentlichungen soll der Zusatz „Vermehrt und verbessert durch Johann Ballhorn“ gestanden haben.

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