Regelung gilt seit 1. Januar – Weniger Kosten und Aufwand

Evangelische Kirche in Kurhessen-Waldeck: Neue Verteilung bei Kollekten

Kollekte: Eine Frau wirft Geld in den Klingelbeutel, nachdem sie den Gottesdienst besucht hat.
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Für die Kirchengemeinden im Gebiet der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) gilt seit 1. Januar 2021 eine neue Kollektenordnung.

Für die Kirchengemeinden im Gebiet der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) gilt seit 1. Januar 2021 eine neue Kollektenordnung. Im Kern geht es darum, dass die Einnahmen nicht mehr einzeln nach jedem Gottesdienst, sondern gesammelt verbucht werden.

  • Weniger Verwaltungsaufwand und Kosten: Die neue Kollektenordnung erlaubt es den Kirchengemeinden, die Einnahmen gesammelt zu verbuchen und nicht mehr einzeln nach jedem Gottesdienst.
  • 85 Prozent der Kollekten verbleiben auch in Zukunft bei den Gemeinden vor Ort. Die übrigen 15 Prozent gehen an die Landeskirche.
  • Kritik gibt es daran, dass jetzt auch 15 Prozent aus dem Klingelbeutel an die Landeskirche gehen. Von diesen Einnahmen sind zuvor 100 Prozent in der Kirchengemeinde geblieben.

Waldeck-Frankenberg – Die neue Regelung soll Kosten sparen und den Verwaltungsaufwand reduzieren. Weil es künftig weniger von der Landeskirche angesetzte Pflicht-Kollekten gibt, können die Kirchengemeinden ihre Einnahmen aus den Kollekten zudem noch häufiger für ihre eigenen Zwecke verwenden. Die neue Ordnung greift bei Sonn- und Feiertagsgottesdiensten – Kasualien wie Trau- und Taufgottesdienste sind davon ausgenommen.

Die EKKW weist darauf hin, dass durch die neue Kollektenordnung keine finanziellen Nachteile für die Kirchengemeinden entstehen. Grund ist ein neuer Verteilungsschlüssel. Demnach verbleibt ein Großteil der Kollekten – nämlich 85 Prozent – weiterhin in den Kirchengemeinden. Die übrigen 15 Prozent werden am Jahresende an die Landeskirche übertragen. Diese unterstützt so überregionale Projekte und Initiativen.

„Mit Kollekte über Tellerrand hinaus etwas Gutes tun“

Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis Twiste-Eisenberg, begrüßt die mit der neuen Kollektenordnung zu erwartende „Verwaltungsvereinfachung“. Sie findet es auch wichtig, „dass Spenden an die Kirchengemeinden sowie Kollekten und Spenden aus Anlass einer Trauung, Taufe oder Beerdigung weiterhin zu 100 Prozent bei der Kirchengemeinde verbleiben, wenn dies gewollt ist“. „Wir müssen jetzt Erfahrungen sammeln, wie das neue System angenommen wird. Grundsätzlich vertraue ich darauf, dass sowohl die Landeskirche als auch die Kirchenvorstände vor Ort gute und sinnvolle Spendenzwecke benennen und wir mit der Kollekte über unseren Tellerrand hinaus Gutes tun“, sagt Eva Brinke-Kriebel.

Kritik an neuer Regelung für Klingelbeutel

Mitunter kritisch gesehen wird, dass unter die neue Kollektenordnung auch der Klingelbeutel fällt. Das Geld daraus hilft zum Beispiel bei der Finanzierung von Gebäudesanierungen, Gottesdiensten oder Projekten in der Kinder-, Senioren- und Jugendarbeit. Bislang flossen alle Einnahmen aus dem Klingelbeutel zu 100 Prozent in die jeweilige Kirchengemeinde. Der mit der neuen Ordnung verbundene neue Verteilungsschlüssel gilt nun aber auch für den Klingelbeutel. Die Kirchengemeinden erhalten daher nur noch 85 Prozent der Einnahmen, 15 Prozent werden an die Landeskirche übertragen.

Wie Petra Hegmann, Dekanin im Kirchenkreis Eder, unserer Zeitung bestätigte, gibt es deshalb Kritik aus zwei Kirchengemeinden, in denen der Klingelbeutel eine wichtige Rolle spielt. Dort wird befürchtet, dass die „Verteilung 85/15“ nun insgesamt zu weniger Einnahmen führt. (Philipp Daum)

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