Korbach

EWF: Politischer Poker um zehn Millionen Euro

- Waldeck-Frankenberg (jk). Zehn Millionen Euro will Energie Waldeck-Frankenberg in einen neuen kommunalen deutschen Energieriesen investieren. Im Hintergrund läuft jedoch ein heftiges politisches Tauziehen.

Im Blickpunkt steht die Münchener Thüga AG. Sie ist ein Bündnis von über 100 regionalen Energieversorgern, darunter Energie Waldeck-Frankenberg (EWF). Zugleich gehört Thüga als Tochtergesellschaft zum Energiekonzern E.on. Aus kartellrechtlichen Gründen will E.on seine „Tochter“ Thüga verkaufen. Größere kommunale Anbieter wollen zuschlagen – etwa die Stadtwerke Hannover, die Frankfurter Mainova und die Nürnberger „N-Ergie“. Sie haben dazu die Gesellschaft „Integra“ gegründet, die einen Löwenanteil von Thüga erwerben soll. Parallel will die Gruppe „Kom9“ einsteigen, die aus einer Vielzahl kleiner Energieversorger besteht. Zudem wird ein ausländischer Konzern als Minderheitseigner noch gesucht. Doch unterm Strich scheint die Sache seit Wochen klar. Gleiches gilt für ein Engagement von EWF: Das heimische Unternehmen will sich mit zehn Millionen Euro an „Kom9“ beteiligen – damit quasi Anteilseigner der eigenen Muttergesellschaft Thüga werden. Denn Thüga hält rund 49 Prozent Anteile an EWF. Scheinen diese Verflechtungen in Sachen „Energie“ schon kompliziert, gibt es im politischen Hintergrund inzwischen ein wahres Dickicht.Sowohl Aufsichtsrat als auch Zweckverband von EWF haben der Beteiligung im Juni bereits zugestimmt.

Anfang August machte der Zweckverband plötzlich eine Kehrtwende: Während sich Vertreter von SPD, Grünen und der Landrat weiter vehement für das Zehn-Millionen-Geschäft einsetzten, stimmten Vertreter von FWG, FDP und CDU dagegen. Vor allem aus der Union kam der Richtungswechsel.Zur endgültigen Entscheidung stehen in Kürze die nächsten Treffen von Zweckverband und EWF-Gesellschafterversammlung an. Und dann wird‘s richtig kompliziert: Eichenlaub, der kraft Amtes auch Vorstand des Zweckverbandes ist, hat gegen die ablehnende Entscheidung des Zweckverbandes Widerspruch eingelegt.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 19. August.

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