Reinhard Jassmann prozessiert seit 2009 gegen Klinikum Kassel

Ex-Boxer kämpft um Schmerzensgeld

Kümmerte sich um den Boxnachwuchs: Trainer Reinhard Jassmann mit Leon Anselm, einem Talent aus der Boxschmiede des TSV Korbach.  Archivfoto: Saure

Korbach/KAssel. Reinhard Jassmann bestreitet einen seiner schwersten Kämpfe. Im achten Jahr prozessiert der bekannte Boxer und Boxtrainer aus Korbach gegen das Klinikum Kassel. Es geht um 90 000 Euro Schmerzensgeld, weil der 62-Jährige durch eine radioaktive Strahlentherapie nach einer Krebsoperation schwere bleibende Schäden erlitten hat.

Ein Ende des Gerichsstreits ist nicht abzusehen. „Vielleicht bin ich ja vorher weggestorben“, sagt Jassmann zu dem Vorgehen des Klinikums. Seit November 2003 war der Sportler wegen eines Karzinoms am Zungenrand behandelt worden. Der Chemotherapie folgte Anfang 2004 eine Operation. Danach waren keine Krebszellen mehr nachweisbar. Das erfuhr Jassmann aber erst viel später, als er wegen der Strahlenfolgen juristisch gegen das Klinikum vorging und 2009 Klage einreichte. Die Ärzte hatten nach der Operation auf die Bestrahlung gedrängt – zur Sicherheit, um den Krebs endgültig zu besiegen. Seither kann Jassmann nur schwer sprechen und essen, hat seinen Geschmackssinn fast völlig verloren, Zähne fallen aus, seine Schilddrüse löst sich auf.

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