Seltene und große Wassergaben

Experte gibt Tipps zum richtigen Gießen bei Trockenheit

+
Grundsätzlich gilt im Garten: Lieber weniger oft, dafür aber größere Mengen an Wasser geben. Wer nur kleine Wassermengen verabreicht, verhindert, dass sich die Wurzeln der Pflanzen tief ausbilden. Foto: Marianne Dämmer

Waldeck-Frankenberg. Richtig Gießen bei Hitze und Trockenheit - ein Experte gibt Tipps. 

Die Hitze macht nicht nur vielen Menschen zu schaffen – es bedarf bei anhaltender Trockenheit auch besonderer Mühen, Blumen und Gemüse, Rasen und Büsche im Garten am Leben zu erhalten. Wie das am besten gelingt, fasst der Experte des Kasseler Gartentelefons, Hans-Jürgen Borneis, auf Nachfrage der Waldeckischen Landeszeitung zusammen: „Es kommt auf die Bodenbeschaffenheit an, doch prinzipiell sollte weniger oft gegossen werden, dann aber größere Mengen Wasser“, sagt Hans-Jürgen Borneis. 

Ob bei Tomaten, Bohnen oder Rasen: Um ein tief gehendes Wurzelsystem zu erhalten, das die Pflanze gut versorgt und kräftig hält, sollte von Anfang an auch tiefgründig gegossen werden, erklärt Hans-Jürgen Borneis. Werde beispielsweise täglich nur etwas Wasser gegeben, das lediglich zwei, drei Zentimeter in die Erde dringe, würden sich auch die Wurzeln nur an der Oberfläche halten. Dabei sollte nur beim Rasen ein Rasensprenger verwendet werden. Für das Wässern von Gemüsepflanzen, Gehölzen und Stauden sollte lieber mit Gießkanne oder Gartenschlauch gezielt unter die Blätter und Zweige gegossen werden.  

 „Rasen sollte zum Beispiel 15 Zentimeter tief wurzeln. Bei der derzeitigen Hitze braucht Rasen in der Woche 40 Liter pro Quadratmeter, um zu überleben“, sagt der Experte. Es sei sinnvoll, pro Woche zwei mal 20 Liter langsam, also über einen Regner, zu geben. „Wird zu schnell zu viel gegossen, kann das die Erde gar nicht aufnehmen“, gibt Hans-Jürgen Borneis zu bedenken. 

Bewässert werden sollte vorzugsweise morgens. Der Boden sollte oberflächlich gelockert werden, denn dann wird das Wasser besser in die Tiefe geleitet. Auch sei es sinnvoll, eine Mulchdecke auf Beete aufzubringen, denn sie reduziere den Wasserverlust im Boden. 

Bei den meisten Gehölzen und Obstbäumen sei die Wurzelfläche ungefähr so groß wie die Kronenfläche. Auch dort würden 40 Liter Wasser pro Quadratmeter gerechnet. „Da kommen pro Baum je nach Größe schnell mal einige Hundert Liter zusammen“, weiß Hans-Jürgen Borneis vom Gartentelefon. 

Bei gutem Wurzelwerk erhole sich ein großer Teil des Rasens nach Trockenheit wieder. Allerdings würden oft auch Unkräuter überleben. Sie sollten herausgerissen werden. Offene Stellen im Rasen seien im September unbedingt nachzusäen, „damit die Rasendecke vor dem Einbruch des Winters wieder geschlossen ist“, rät Fachmann Hans-Jürgen Borneis. (md)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare