Wegen Formfehlern: Personalrat lehnt Wunschkandidaten des Kreisausschusses ab

Fachdienst Jugend bleibt ohne Leitung

Waldeck-Frankenberg - Der Fachdienst Jugend bleibt vorerst ohne Leitung: Der Personalrat der Kreisverwaltung hat wegen Formfehlern im Bewerbungsverfahren den Wunschkandidaten des Kreisausschusses abgelehnt.

Beide Seiten sollen sich nun vor der Landespersonalkommission als Schlichtungsstelle einigen. Bereits am 30. April hatte sich der Kreisausschuss für einen Bewerber entschieden, wie Landrat Dr. Reinhard Kubat gestern im Kreistag auf eine Anfrage von Dieter Schütz (FDP) antwortete. Der Personalrat versagte jedoch seine Zustimmung.

So habe die Dienststellenleitung das Auswahlverfahren verkürzt, ohne das mit der Arbeitnehmervertretung abzusprechen, begründete verdi-Gewerkschaftssekretärin Nadine Rudolph-Zednik gegenüber der WLZ-FZ den Schritt. Nicht alle erforderlichen Unterlagen seien eingeholt worden, unter anderem hätten aktuelle Beurteilungen gefehlt, so Rudolph-Zednik.

Durch diese Unklarheiten, die allein die Dienststelle zu vertreten habe, sehe der Personalrat die Gefahr, dass eine Benachteiligungssituation gegeben sei. „In solchen Fällen muss der Personalrat handeln, da er sonst gegen seine allgemeinen Aufgaben verstößt“, schreibt die Gewerkschafterin in einem offenen Brief an die Beschäftigten und Mitglieder des Kreisausschusses. Auch sei die Mitbestimmung des Personalrats bei der Stellenbesetzung nicht rechtzeitig eingeholt worden. Weiter heißt es in dem Schreiben: Die Missstände und die Arbeitsbelastung im Fachdienst Jugend seien seit Jahren bekannt.

„Bereits viel früher hätte hier reagiert werden müssen, damit die betroffenen Beschäftigten ihre Arbeiten verrichten können, ohne gesundheitlich am Limit zu laufen.“ Vorwürfe von Seiten der Beschäftigten und der Dienststellenleitung, das Verfahren unnötig in die Länge zu ziehen, weist Rudolph-Zednik von sich. Für die Abschaffung der Missstände sei nicht die Arbeitnehmervertretung zuständig, sondern der Arbeitgeber. „Auch der Personalrat ist daran interessiert, dass die freie Stelle besetzt wird“, betonte die Gewerkschafterin. Landrat Kubat erklärte im Kreistag zu der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung: „Ich will das nicht abschließend bewerten.“

Ebenfalls noch nicht besetzt sind die Leitungen für die Fachdienste Bauen und Finanzen. Vorstellungsgespräche hätten hier bereits stattgefunden, sagte Kubat, für den Fachdienst Finanzen sei bereits die Endauswahl getroffen. Er rechne damit, dass die Stelle zum 1. Juli besetzt werde.(lb)

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