Waldeck-Frankenberg

Da war was faul im Staate Eichenlaub

- Waldeck-Frankenberg (jk). Wie führe ich richtig? Diese Frage hat Ex-Landrat Helmut Eichenlaub mit seinen immensen Auslandsreisen für sich beantwortet. Für Mitarbeiter gab es dazu vor Jahren ein Seminar – an dem ein Burgenländer verdiente.

Episoden aus der Amtszeit von Ex-Landrat Helmut Eichenlaub und seiner deutsch-österreichischen Freundschaft zum Burgenland gibt es zuhauf. 2003 war ein Burgenländer in nur sechs Wochen knapp 9000 Kilometer mit einem Dienstwagen des Landkreises gefahren (wir berichteten). Derselbe Beamte aus dem Burgenland hielt damals auch einen Führungskräftekursus für Mitarbeiter der Kreisverwaltung ab. Dies bestätigte das Kreishaus auf WLZ-FZ-Anfrage. 10 000 Euro flossen damals an den Österreicher, der in Gruppen an insgesamt acht Semi-nartagen „Formen des Führungsmanagements“ unterrichtete. Den Auftakt zum Grundseminar bot eine Filmanalyse von „Apollo 13“. Zum In-die-Luft-Gehen empfindet derweil die SPD in Wal­deck-Frankenberg die häufigen Auslandsreisen von Helmut Eichenlaub (CDU) auch in die Schweiz. Allein 22-mal war der frühere Landrat 2008 und 2009 in Österreich – aber auch elfmal im schweizerischen Zürich. SPD: Warum so oft Zürich? Die Fahrten in die Schweizer Finanzmetropole addieren sich auf 17 Tage Aufenthalt, betont die SPD: „Anlass und Hintergründe dieser zahlreichen Dienstreisen müssen umgehend aufgeklärt werden“, betonen SPD-Fraktionschef Reinhard Kahl und Harald Plün­necke. Zumal der Kreis mit Zürich keine Partnerschaft wie mit dem Burgenland pflege. Die häufigen Reisen nach Zürich waren erst durch WLZ-FZ-Recherchen zum Vorschein gekommen (wir berichteten). Ein Ansatzpunkt ist, dass der Landkreis aus dem Verkauf von Anteilen des Energieversorgers EWF an die Münchener Thüga AG Millionenbeträge für Investitionen angelegt hatte. Dieses Geld kam auf Konten der „LB Swiss“, die wiederum eine Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen ist, mit der Eichenlaub sehr enge Kontakte pflegte. Doch warum war der Ex-Landrat so oft in Zürich – und im Oktober 2008 sogar sechs Tage am Stück? Dieser Frage müsse die Kreisverwaltung dringend nachgehen. Kahl und Plün­necke erwarten „klare Worte“ von Otto Wilke und dem Ersten Kreisbeigeordneten Peter Niederstraßer. Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Donnerstag, 25. März 2010.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare