Lob und Kritik bei der Versammlung des hessischen Landesfeuerwehrverbandes

Feuerwehr-Chef fordert mehr Lehrgangsplätze für Brandschützer

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Land investiert in die Feuerwehren: Innenminister Minister Peter Beuth (rechts) übergab bei der Verbandsversammlung den Schlüssel für ein neues Fahrzeug Fahrzeug an den Willinger Bürgermeister Thomas Trachte (links)

Willingen. Weiterentwicklung, Anerkennung, Ausbildungskapazitäten, Personalgewinnung und technische Entwicklung sind nur einige Themen, die den hessischen Feuerwehren auf den Nägeln brennen.

Bei ihrer Verbandsversammlung in Willingen waren 183 Delegierte aus ganz Hessen sowie die gesamte Führung des Landesfeuerwehrverbandes vertreten.

Präsident Dr. Ralf Ackermann berichtete in seinem Jahresrückblick über die Höhepunkte des vergangenen Jahres und setzte gleichzeitig die Koordinaten für die Zukunft.

Das neue Angebot der psychosozialen Einsatznachsorge für Feuerwehrleute begrüßt er sehr. Erfolgreich laufe auch die Einbeziehung von Kindern bei den freiwilligen Feuerwehren, der wichtigste Pool für die Nachwuchsarbeit. Aber neue Anforderungen im Einsatz erforderten auch neue Gestaltung der Ausbildung. Hier mahnte er Defizite bei der Anzahl an Lehrgangsplätzen an der Landesfeuerwehrschule in Kassel an und forderte von der Hessischen Landesregierung Veränderungen der Situation.

Lob für die Feuerwehren vom hessischen Innenminister

Auch beim Digitalfunk funktioniere noch immer nicht alles flüssig und überall. Größere Einflussmöglichkeiten seitens des Brandschutzes forderte Ackermann bei Baugenehmigungen. Von Wärmeverbundsystemen könnten riesige Gefahren im Brandfall ausgehen. Ausdrückliches Lob gab es an die Adresse der Landesregierung für die Materialbeschaffung und die Einrichtung der Feuerwehrhäuser.

Innenminister Peter Beuth lobte in seiner anschließenden Rede ausdrücklich die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, die „365 Tage im Jahr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen“ und auch in besonderen Situationen, wie beispielsweise seinerzeit bei der Aufnahme von Flüchtlingen, eine große Unterstützung sind. Die Beschaffung guter Ausrüstung sei von existentieller Bedeutung. So werde die Summe für Zuwendungen seitens des Landes Hessen von 22 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro erhöht.

Funknetz für die Feuerwehren verbessern

Hessen habe bereits das beste Funknetz, auch wenn da noch Ausbesserungsbedarf sei: „Wir arbeiten dran“. Die 25 Leitstellen landesweit seien sehr leistungsfähig und stünden nicht zur Disposition. Die Aufnahmekapazitäten der Landesfeuerwehrschule würden von 11 000 auf 15 000 Lehrgangsteilnehmertagen erhöht. Auch die Anerkennungsprämien für langes ehrenamtliches Engagement würden aufgestockt.

Der Minister versprach auch, die Altersgrenzen für den Dienst in der Feuerwehr angesichts des demografischen Wandels heraufzusetzen. Gleichzeitig gab es Lob vom Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes für die Arbeitgeber, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder freistellen für ihren Einsatz in der Feuerwehr. Thomas ten Eicken von der Firma Cleanas erhielt das Prädikat „Partner der Feuerwehr“.

Am Rande der Verbandsversammlung übergab Innenminister Peter Beuth zudem neue Fahrzeuge an die Feuerwehren in Willingen und Frankenberg.

Von Hans Peter Osterhold

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