Getreide-Trocknungsanlage im Dauerbetrieb überhitzt

Feuerwehreinsatz am Kornhaus Mengeringhausen - Erneut aktualisiert

+

Bad Arolsen-Mengeringhausen. - Die Feuerwehren aus Mengeringhausen, Bad Arolsen und Helsen sind am Samstagmittag zu einem Brand im Kornhaus von Mengeringhausen gerufen worden. Ein Landwirt, der gerade frisch geerntetes Getreide zum Trocknen angeliefert hatte, wunderte sich über den ungewöhnlichen Brandgeruch und alarmierte mit dem Kornhaus-Personal die Feuerwehr.

Die Feuerwehr brachte ihre Drehleiter vor dem Kornhaus in Stellung. Die Schläuche bleiben aber trocken. Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer untersuchte die Anlage zunächst mit der Wärmebildkamera. Ein offenes Feuer war nämlich nicht zu sehen. Auch eine Rauchentwicklung konnte nicht festgestellt werden.

Schließlich entdeckten die Experten aber ein Glutnest innerhalb eines Rohres der Trocknungsanlage. Meyer entschied, das Feuer möglichst vorsichtig mit Kohlendioxid zur ersticken. Seine größte Sorge: Eine unbeabsichtigt ausgelöste Staubexplosion könnte großen Schaden anrichten. Deshalb der Verzicht auf ein Zerlegen des Ofens und den Einsatz von Wasser. Weil die Bestände an Kohlensäure bei der Feuerwehr schon weitgehend aufgezehrt waren, wurden die Firmen Essex in Bad Arolsen und Continental in Korbach gebeten, mit vollen Flaschen auszuhelfen. Weiterer Nachschub an CO2-Gasflaschen wurde von der Berufsfeuerwehr in Kassel angefordert. Am späten Samstagnachmittag beschrieb Stadtbrandinspektor Meyer die Schüttvorrichtung, durch die das zum Trocknen angelieferte Getreide fällt als Y-förmig. Das Getreide wird von Fach zu Fach befördert. Irgendwo in diesen Fächern bildeten sich immer wieder Glutnester. Nachdem man bis dahin fünf Stunden lang versucht habe, das glimmende Getreide vorsichtig mit Wasser zu benetzen, sollte bald darauf versucht werden, die Y-Roste so einzustellen, dass das glimmende Material nach unten durchrutscht. Dabei müsse man aber besonders vorsichtig vorgehen, da immer noch die Gefahr einer heftigen Staubexplosion bestehe, so der Stadtbrandinspektor zusammen mit seinem Stellvertreter Michael Seebold. Unterdessen drängte der Betriebsführer des Kornhauses darauf, die Landwirte mit ihrem frisch geernteten Getreide nicht zu lange warten zu lassen. Das anhaltende Schauerwetter bereitet den Landwirten mit reifem Getreide auf den Feldern große Sorgen. Die Feuerwehr entschied jedoch, dass der Betrieb nicht wieder angefahren werden könne. Am späten Nachmittag wurden dann die verkohlten Getreideladungen aus den Schüttungen mit Wasser herausgespült. Nachdem dieser Vorgang mehrfach wiederholt worden war, verblieb eine Restbesatzung der Feuerwehr als Brandwache. Am Sonntag übernahm der Betreiber die Kontrolle. Am Montag soll noch einmal mit der Wärmebildkamera kontrolliert werden, ob alle Glutnester beseitigt sind.

(Elmar Schulten)

4356442

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare