Neuer Verbund soll Kosten sparen und Brandschutz erhöhen

Feuerwehren in Waldeck-Frankenberg arbeiten beim Atemschutz bald zusammen

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Mirko Lattus (links) und Philip Windisch von der Feuerwehr Frankenberg zeigen ihre Ausrüstung. Zu einer Atemschutzausrüstung gehören das Grundgerät mit Atemschutzflasche, der Atemanschluss, ein Druckmessgerät (Monometer) mit Warneinrichtung und ein Notfallsignalgeber.

Waldeck-Frankenberg. Die Feuerwehren in Waldeck-Frankenberg wollen ihre Atemschutzgeräte zukünftig gemeinsam kaufen. Das soll Kosten sparen und den Brandschutz verbessern.

Dazu müssen die Stadt- und Gemeindeparlamente bis zum 15. Juni einer Vereinbarung zur Gründung eines Atemschutzverbundes zustimmen. Gemünden und Frankenberg haben das diese Woche bereits getan. Bisher hätten 21 der 22 Kommunen im Landkreis ihr Interesse bekundet, in dem Verbund mitzumachen, berichtet Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese.

Insgesamt seien kreisweit 1100 Atemschutzgeräte im Einsatz, die die Feuerwehrleute zum Beispiel bei Bränden in Gebäuden tragen. „Aufgrund neuer technischer Bestimmungen können die derzeit eingesetzten Geräte aber nur noch für einen absehbar kurzen Zeitraum eingesetzt werden“, sagt Frese. Hinzu komme, dass die Hersteller ab 2020 keine Ersatzteile mehr lieferten. Über den neuen Atemschutzverbund sollen die Geräte zukünftig gemeinsam angeschafft werden, wodurch wegen der großen Stückzahl „sehr nennenswerte Einsparpotenziale entstehen“, sagt Frese. Bisher habe jede Wehr ihre Geräte selbst gekauft.

Kreisweit werde es einheitlich nur noch ein Modell geben. Wartung, Pflege und Instandsetzung erfolge zentral vorrangig beim Eigenbetrieb Städtische Betriebe in Korbach. Das verbessere auch die Einsatzbereitschaft, sagt Frese: „Derzeit werden Atemschutzgeräte nach Benutzung entweder nach Korbach oder zu anderen Stützpunkten (Frankenberg, Arolsen und Wildungen, Anm. der Red.) gegeben, dort gereinigt, desinfiziert, gewartet oder überprüft. Für diese Dauer stehen sie der Feuerwehr nicht zur Verfügung. Wenn Atemschutzgeräte künftig zur Wartung abgegeben werden, kann die jeweilige Feuerwehr gleich andere mitnehmen.“

Da die Technik dadurch immer auf dem neuesten Stand sei, trage das auch zur Sicherheit der Einsatzkräfte bei, sagt Frankenbergs Stadtbrandinspektor Martin Trost.

Atemschutz tragen Feuerwehrleute auch bei Autobränden wie hier nach einem Unfall am 19. Februar zwischen Friedrichshausen und Römershausen.

Die Finanzierung

Für die Beschaffung der Atemschutzgeräte ist laut Erstem Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese ein Mietkaufmodell für eine Laufzeit von zehn Jahren vorgesehen. „Einschließlich Wartung, Pflege etc. rechnen wir mit Kosten von 240 Euro je Gerät im Jahr, die mit den Gemeinden abgerechnet werden. Nach unseren Berechnungen werden gegenüber der bisherigen Praxis 25 Prozent an Kosten eingespart. Das heißt, ohne die Vereinbarung müsste mit 320 Euro je Gerät und Jahr kalkuliert werden, tendenziell noch mehr bei kleinen Stückzahlen in den kleineren Städten und Gemeinden“, erklärt Frese. 

Der Landkreis habe für diese interkommunale Zusammenarbeit beim Land einen Förderantrag gestellt. „Wenn eine Förderung kommt, wird diese mit den Kosten je Gerät verrechnet“, sagt Frese.

Das sagen die Kommunen

Die geplante Gründung eines kreisweiten Atemschutzverbundes ist in den bisherigen Beratungen in den Stadt- und Gemeindeparlamenten auf positive Resonanz gestoßen. In Frankenberg und Gemünden haben die Stadtverordneten diese Woche bereits zugestimmt. 

„Wir sind sehr erfreut, dass der Landkreis diesen Atemschutzverbund ins Leben rufen will“, sagte in Gemünden der SPD-Abgeordnete Wilfried Golde: „Der Mietkauf ist wesentlich günstiger als selbst kaufen zu müssen“, betonte der frühere Stadtbrandinspektor. Und bei Wartungsarbeiten stünden für die Wehren sofort Ersatzgeräte zur Verfügung. „Die Regelung ist kostengünstig und erhöht die Sicherheit der Bürger“, ergänzte Armin Körbs (CDU).

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