Waldeck-Fankenberg

Ein florierender Haschischmarkt

- Edertal/Fritzlar (resa). Zwei Jahre lang florierte im Edertal der Markt für Canabis. Das Amtsgericht Fritzlar zwei junge Männer aus dem Edertal wegen des Erwerbs und Verkaufs des Betäubungsmittels zu Bewährungsstrafen.

Anfang vergangenen Jahres waren die Ermittler im Edertal Canabishändlern auf die Spur gekommen. Einen 20-Jährigen nahmen sie fest, sein Cousin stellte sich kurze Zeit später. Bei der Polizei packten die beiden Männer aus und nannten ihre mutmaßlichen Lieferanten. Für die Polizei ein Glücksfall, für zwei andere junge Männer im Edertal nicht. Die beiden mussten sich nun vor dem Amtsgericht in Fritzlar verantworten.

Den Auftakt machte ein 32-Jähriger, dem die Staatsanwaltschaft vorwarf von 2007 bis 2009 insgesamt acht Mal nicht geringe Mengen Canabis verkauft zu haben – allerdings zum Einkaufspreis. „Mein Lohn waren zehn Prozent der gelieferten Ware“, erklärte der Angeklagte schon während seines Geständnisses. Umfassend war das allerdings nicht, denn die Mengen unterschieden sich deutlich von denen der Anklage. Insgesamt 500 Gramm habe er an den 20-Jährigen Händler aus seinem Dorf verkauft, in acht Ladungen. Der habe die Droge dann gewinnbringend weiterverkauft – dafür wurde er vom Jugendgericht bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Der Vorwurf, der sich auf die Aussage des 20-Jährigen stützte, lautete allerdings 1450 Gramm – und damit eine nicht mehr geringe Menge.

Also machte sich Richterin Lydia Lahmann auf Wahrheitssuche und rief den 20-Jährigen in den Zeugenstand. Der erinnerte sich allerdings nur lückenhaft an Mengen und Gegebenheiten, widersprach seinen Aussagen auf dem Polizeirevier vor einem Jahr und erklärte schließlich: „Kann schon sein, dass sich der Angeklagte besser als ich erinnert“. Einig waren sie sich aber in folgendem: Von 2007 bis 2009 hatte der Angeklagte minderwertiges Marihuana von einem bekannten Dealer besorgt, dieses dann weiter verkauft, um seine eigen Canabisabhängigkeit zu bedienen. Ob er allerdings auch andere Abnehmer gehabt habe, konnten der Zeuge nicht klären.Als auch sein Cousin mit Grammzahlen, Daten und Treffen im Zeugenstand durcheinanderkam, war für die Staatsanwaltschaft klar: „Diese Aussagen reichen uns nicht als Beweis dafür, dass der Angeklagte Canabis in nicht geringen Mengen verkauft hat“. Also forderte die Staatsanwaltschaft eine einjährige Freiheitsstrafe, die zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden sollte und eine Geldstrafe. Dem kam die Richterin nach, reduzierte die Geldstrafe auf 400 Euro und legte 100 Stunden gemeinnützigen Dienst drauf. Der Angeklagte akzeptierte den Tränen nahe und bekundete, dass er kein Canabis mehr konsumiere und schon gar nicht mehr verkaufe.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 25. Februar

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