Keine Rückstufung

Airport Kassel bleibt ein Verkehrsflughafen

Das Land Hessen hält am Flughafen Kassel-Calden fest. Das haben Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Finanzminister Dr. Thomas Schäfer am Donnerstag in Wiesbaden bekannt gegeben.

Aktualisiert um 9.40 Uhr. Eine Rückstufung des Airports zum Verkehrslandeplatz ist demnach vom Tisch. Im Auftrag der Ministerien für Finanzen und Wirtschaft hatten Experten die Wirtschaftlichkeit des defizitären Flughafens geprüft. Herausgekommen ist ein mehr als 100 Seiten umfassender Untersuchungsbericht. Man vertraue in die weitere Entwicklung des Flughafens, hieß es nach Informationen unserer Zeitung aus Wiesbaden. „Die Sparvorgaben des Koalitionsvertrags haben dazu geführt, dass die jährlich vom Land zu tragenden Kosten für den Flughafen in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden konnten", sagten die Minister.

"Da ist ganz zum Schluss ein Jahresbetrag für das Land von rund 1,6 Millionen Euro im Feuer", sagte der Minister, der Aufsichtsratschef des Kassel Airports ist. "Dagegen stehen dann Arbeitsplatzverluste vor Ort und fehlende weitere Perspektiven, so dass wir uns in der Abwägung entschlossen haben, es bei der bisherigen Konzeption zu belassen."

Über die Grundsatzentscheidung für den Flughafenausbau und die damit verbundenen Kosten waren und bleiben die Koalitionspartner unterschiedlicher Auffassung. „Das Geld für den Ausbau war allerdings zum Zeitpunkt des Regierungsantritts 2014 bereits ausgegeben und der Flughafen eröffnet. Auch eine sofortige Rückstufung des Flughafens hätte die Millionen, die in den Ausbau investiert wurden, nicht zurückgebracht", sagte Schäfer.

Natürlich sei nicht alles gut gewesen. Vor allem seien die Passagierzahlen weit von dem entfernt, was einst prognostiziert wurde. Der Bericht zeige aber auf, dass Kassel Airport Arbeitsplätze schafft, dem Land und der Region nicht nur Ausgaben, sondern auch Steuereinnahmen bringt und gute weitere Entwicklungsmöglichkeiten besäße. "Mit Schauinsland und Sundair hat der Flughafen bereits wichtige Partner für Wachstum gefunden“, so Schäfer.

Hätte das Gutachten eine Rückstufung empfohlen, wäre diese keine beschlossene Sache. An einer solchen Entscheidung müssten auch die Stadt und der Kreis Kassel sowie die Gemeinde Calden als Anteilseigner beteiligt werden. Die Rückstufung hätte unter anderem bedeutet, dass Flugzeuge ab einer bestimmten Größe in Calden nicht mehr starten und landen dürften, ein Teil der Fracht- und Passagierflüge würde wegbrechen.

Näheres im Laufe des Tages. 

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