Enorm wichtig fürs Klima

Forstamt Burgwald fördert erfolgreich Erhalt und Ausweitung von Moorflächen 

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Auf einer Hangmoorfläche  mit Moosbeeren im Bereich Franzosenwiesen im Burgwald: Dr. Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Hessischen Umweltministerium, und Forstamtleiter Eberhard Leicht. 

Das Forstamt Burgwald fördert mit Geld vom Land die Revitalisierung und Ausweitung der Moore im Burgwald. Ihr Erhalt ist wichtig fürs Klima. 

Dass Moorflächen enorm wichtig sind für Klima- und Artenschutz, das erklärte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Donnerstag bei ihrem Besuch im Forstamt Burgwald gleich selbst. Was das Land künftig zum Schutz der Moore im Burgwald tun will, das ließ sie aber offen.

Wie berichtet, hatte 2016 eine Untersuchung ergeben, dass es im Burgwald umfangreiche Moorflächen gibt, die zum Teil auch noch wachsen (siehe Hintergrund). 2017 lieferte der Ersteller der Studie, Philipp Küchler, einen Katalog von Vorschlägen, wie die Moorflächen trotz des Klimawandels erhalten und ausgeweitet werden können.

Fichten wurden entfernt

Einige dieser Maßnahmen, zu denen das Verschließen von Entwässerungsgräben, das Entnehmen von Nadelhölzern und der aktive Waldumbau in den Wassereinzugsgebieten gehören, hat das Forstamt bereits an einigen Stellen umgesetzt. Zum Beispiel im Bereich Oberes Lippersbachtal nahe Münchhausen, wie Förster Steffen Hering vor Ort erläuterte. 

Dort wurden auf einem Hektar Fläche die Fichten entfernt, weil sie dem Boden viel Wasser entziehen. Da auf dem nassen Gelände keine schweren Forstmaschinen eingesetzt werden können, wurden die Bäume mittels Seilkran aus dem Areal gebracht, was allerdings Extrakosten verursachte. Mit 20.000 Euro sei die eineinhalbwöchige Aktion zu Buche geschlagen, erläuterte Förster Hering. Jetzt wachsen dort Binsen und Seggen, aber auch massenweise Birken. Damit diese nicht überhand nehmen, will man nur einige Bäume hochkommen lassen. Sie sollen Schatten spenden und so helfen, dass die Feuchtigkeit im Tal bleibt.

"Das ist eine Riesenaufgabe"

Mit punktuellen Aktionen wie im Lippersbachtal sei es aber nicht getan, sagte Forstamtleiter Eberhard Leicht. 17 bis 20 Talgründe kämen im Burgwald für Moor-Renaturierungsmaßnahmen in Frage. „Das ist eine Riesenaufgabe“, machte er deutlich. 140.000 Euro stellte das Land Hessen in den vergangenen beiden Jahren dafür zur Verfügung. Leicht erwähnte auch das Engagement, das die AG „Rettet den Burgwald“ und andere Umweltgruppen seit Jahrzehnten für den Erhalt der Moorflächen im Burgwald leisteten.

30.000 Euro erhält das Forstamt 2019 für die Moore. „Mehr Maßnahmen können wir gar nicht realisieren. Wir sind ausgelastet mit der Bekämpfung des Borkenkäfers. Wenn die Trockenheit anhält, wird es in wenigen Jahren im Burgwald keine Fichten mehr geben.“ Mit der Wiederaufpflanzung und dem Waldumbau mit geeigneten Baumarten stehe dem Forst eine Jahrhundertaufgabe bevor.

„Das Ergebnis der Moorreaktivierung überzeugt und leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Naturschutz und Vielfalt im Wald“, sagte Staatssekretärin Tappeser. Über eine zukünftige Förderung werde nun im Umweltministerium beraten. Ministerin Priska Hinz besichtige derzeit auch Umweltprojekte in Hessen.

Hintergrund: Moorflächen im Burgwald

Im Burgwald gibt es 32,2 Hektar Moorfläche sowie weitere 27 Hektar moorähnliche Flächen. Wie berichtet, haben Untersuchungen ergeben: Die Mittelgebirgsmoore im Burgwald sind einzigartig in Hessen, im Kern noch vielfach intakt. Die Torfkörper wachsen bis zu fünf Millimeter im Jahr. 

Seltene Pflanzen wie Glockenheide, Wollgras, Moosbeere und viele Torfmoosarten sind dort beheimatet. Dort leben seltene Libellen und Schmetterlingsarten. Die Moore entziehen durch die Speicherung von Kohlenstoff der Atmosphäre das Treibhausgas Kohlendioxid. Trocknen Moore aus, wird beim Zersetzungsprozess der Kohlenstoff oxidiert und es werden riesige Mengen Kohlendioxid freigesetzt.

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