Waldeck-Frankenberg

Freie Wählergemeinschaft lehnt EWF-Einkauf bei Thüga ab

- Waldeck-Frankenberg (r). Die Freie Wählergemeinschaft Waldeck-Frankenberg (FWG) ist entschiedne gegen die Beteiligung der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) an der Thüga AG.

Dafür gebe es gleich mehrere Gründe, fassen Kreisvorsitzender und Erster Kreisbeigeordneter Peter Niederstraßer (Korbach) und Fraktionsvorsitzender Wilhelm Arnold (Diemelsee) das einhellige Meinungsbild in Vorstand und Fraktion der Kreis-FWG zusammen. Zum einen habe EWF die zehn Millionen Euro überhaupt nicht, die in das Thüga-Geschäft investiert werden sollen. EWF müsse sich das Geld erst auf dem Kapitalmarkt besorgen. „Hier weht ein Hauch von Scheffler und Porsche durch die Räume der EWF“, bringt Doris Meuser (Bad Arolsen) ihre Bedenken auf den Punkt. Ob die dem Geschäft zugrunde liegende Renditeerwartung einträte, sei durchaus nicht sicher. Ein Unternehmen, das mehrheitlich der öffentlichen Hand gehöre, solle nicht mit geliehenem Geld spekulieren. Zum anderen tendiere der Einfluss, den EWF durch die Beteiligung auf die Thüga erhalte, gegen null. EWF erhalte für die zehn Millionen Euro keinen messbaren Einfluss auf die Beteiligungsgesellschaft Kom9, geschweige denn auf die noch weiter entfernte Thüga AG. Insofern seien die Träume von einer Re-Kommunalisierung der Thüga auf Sand gebaut.Größte Bedenken haben die Freien Wähler auch bei dem in der Angelegenheit praktizierten Verfahren. „Der EWF-Zweckverband, der Mehrheitsgesellschafter der EWF-GmbH ist, verfolgt satzungsgemäß im Kern den Zweck, die Bevölkerung im Landkreis Waldeck-Frankenberg und in Teilen des Schwalm-Eder-Kreises mit Energie zu versorgen“, so Peter Niederstraßer. Diesem Verbandszweck widerspreche es, wenn sich der Zweckverband an einem bundesweit tätigen Unternehmen beteilige. Wenn man dennoch eine solche Beteiligung wolle, dann müsse man das auch vom Kreistag und den Parlamenten der Städte Fritzlar und Korbach beschließen lassen. Das werde offensichtlich vermieden, weil man befürchte, dort die notwendigen Mehrheiten nicht zu bekommen. Dieser Umgang mit den Mitgliedern des Zweckverbandes sei nicht gerade Ansporn für andere Städte und Gemeinden, ebenfalls dem Verband beizutreten.

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