Keine Aufführungen in diesem Jahr in Korbach und Twiste 

Wegen Corona: Freilichtbühnen sagen Saison ab

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Vorsitzende Sabine Lessing auf der leeren Freilichtbühne in Korbach: In diesem Jahr werden dort wegen der Corona-Krise keine Vorstellungen stattfinden. 

Die Saison der Freilichtbühne Korbach ist schon vorbei, bevor sie angefangen hat. Das Ensemble war bereits im vollen Einsatz: Mit Schneiderei, Möbelbau, Kulissenbau und Proben bereiteten sich die Akteure auf die beiden neuen Stücke vor. Jetzt haben sie wegen der Corona-Krise alles abgesagt. Auch die Freilichtbühne Twiste verschiebt die Aufführungen ins nächste Jahr. 

Seit Wochen steht der Betrieb still, und keiner weiß, wie es weitergeht. Der aktuelle arbeitstechnische Rückstand von vier Wochen Pause sei nicht aufzuholen, sagt die Vorsitzende der Freilichtbühne Korbach, Sabine Lessing.

„Wir haben einen recht hohen Anspruch an uns selbst, und auch unser Publikum ist ein entsprechendes Maß an Qualität gewöhnt, dem wir in jedem Fall gerecht werden wollen“, schreibt sie auf der Webseite der Freilichtbühne, abgespeckte Versionen würden keinen Sinn machen.

Auch die Gesundheit des Teams und des Publikums sei bei den Entscheidungen von größter Bedeutung gewesen.

Als Kinderstück war bei der Korbacher Freilichtbühne „Das kleine Gespenst“ nach dem bekannten Kinderbuch von Otfried Preußler vorgesehen, die Vorlage für das Abendstück war der Film: „Manche mögen‘s heiß“, die berühmte Gangsterparodie aus den 19-Zwanzigern, im Original mit Marilyn Monroe.

Rollenvorbereitung, Gesang und Musik liefen schon auf Volldampf, auch ein aufwendiges Bühnenbild war in Arbeit. Jetzt ist alles auf Null gefahren. Auch ist es ein finanzielles Risiko für den Verein, ins Ungewisse hinein zu arbeiten, denn mit den Aufführrechten für die beiden Stücke und den Vorbereitungen für die Saison sind erhebliche Kosten verbunden, die dann nachher eingespielt werden müssen. Beide Stücke werden für das kommende Jahr übernommen. Bereits gekaufte Karten können zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird erstattet. Bereits erfolgte Reservierungen werden gestrichen.

Auch die Freilichtbühne Twiste bricht wegen der Corona-Krise alle Vorbereitungen für die Feiern ihres 60-jährigen Bestehens sowie die Proben für ihre beiden neuen Stücke„Pippi Langstrumpf“ und „In 80 Tagen um die Welt“ ab. Der Vorsitzende der Freilichtbühne, Theo Berlitz, erklärte, dass aufgrund der aktuellen Kontakteinschränkungen kein Probenbetrieb möglich sei. Außerdem seien die laufenden Umbauarbeiten auf der Bühne ins Stocken geraten, sodass im kommenden Sommer keine geregelte Spielsaison mehr möglich sei. Deshalb werden in Twiste nun sowohl die Jubiläumsfeiern, als auch die beiden Neuinszenierungen ins kommende Jahr verschoben.

Darsteller in Hallenberg proben per Skype für die „Passion“

Der Palast von Pilatus steht im Rohbau. Am Tempel herrscht Bau-Stopp: Corona beeinträchtigt auch die Vorbereitungen an der Freilichtbühne in Hallenberg massiv. „Wir halten momentan noch daran fest, die Passion in diesem Jahr zu spielen“, sagt Bühnensprecher Georg Glade. Gemeinsame Proben und Bühnenbau müssten nunaber ersteinmal ruhen. Einzelproben könnten über Videoschaltung, sprich Skype, stattfinden. 

Ob die Premiere wirklich am 7. Juni oder später gefeiert werden kann, ob die Spielzeit verkürzt, die Spielpause gestrichen oder die Saison komplett ins nächste Jahr verschoben werden muss, ist noch offen. „Die Kartennachfrage für die Passion ist groß. Vereinzelt gibt es Nachfragen, ob wir denn tatsächlich spielen. Wir erklären dann die Situation und ernten immer Verständnis. Müssten wir wirklich absagen, würden die Karten zurückgenommen oder es gäbe Gutscheine. Aber so weit sind wir noch nicht“, betont Glade. 

„Mitte April werden alle Verantwortlichen die Lage erneut bewerten und eine Entscheidung für die Passion 2020 treffen“, heißt es auf der Homepage der Freilichtbühne Hallenberg.

Von Hans Peter Osterhold und Elmar Schulten

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