Waldeck-Frankenberg

Freiwillig, aber nicht gratis

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- Waldeck-Frankenberg (resa). Teures Gerät, Materialkosten und Verdienstausfall: Wenn die Feuerwehr ausrückt, ist das nicht gratis – trotz der vielen Ehrenamtlichen, die sich in den heimischen Wehren engagieren. Wie viel kostet ein Einsatz und wer bezahlt?

Wenn die Flammen in den Himmel lodern, die Drehleiter zur Menschenret-tung ausgefahren wird und die Feuerwehrleute mit dem Löscheinsatz beginnen, dann denkt niemand an die Kosten – dann geht es um Menschenleben. Doch wenn die Feuerwehrleute längst wieder heimgekehrt sind, steht der Papierkram an. „Denn ein Einsatz kostet Geld“, sagt Korbachs Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt. Das muss in den meisten Fällen die Stadt selber bezahlen, 68 Mal stellten die Korbacher Feuerwehrleute im vergangenen Jahr allerdings auch Rechnungen aus. „Denn Fehlalarme, technische Hilfeleistungen und Wespeneinsätze werden berechnet“, erklärt Schmidt, „bei Bränden oder Notfällen übernimmt die Stadt die Kosten.“

Und das bedeutet, dass Unfallverursacher zwar eine Rechnung fürs Aufräumen am Unfallort bekommen, nicht aber für die Bergung aus zerstörten Fahrzeugen. Sperrt sich jemand in seinem Haus aus und ruft die Feuerwehr, muss er dafür bezahlen. Auch Brandstifter werden zur Kasse gebeten, ebenso wie Einrichtungen und Institutionen, deren Brandmeldeanlage einen Fehlalarm auslösen.

Auch wenn die Feuerwehr zu Ölspuren gerufen wird, muss der Verursacher zahlen. In medizinischen Notfällen allerdings, bei denen die Feuerwehr für den Transport aus dem Haus sorgt oder den Weg für die Rettungssanitäter ebnet, bekommen die Wehren kein Geld von der Krankenversicherung. Das empfinde er als ungerecht, sagt Schmidt, schließlich würde der Rettungsdienst bezahlt. „Der Einsatz eines Feuerwehrmanns kostet in der Stunde 30 Euro“, erklärt der Stadtbrandinspektor, „hinzu kommen die Kosten für Geräte und Material.“ Mit 350 Euro schlägt etwa die hinzugerufene Drehleiter zu Buche. Der Einsatz von Tanklöschfahrzeugen kostet 150 Euro, das Tragkraftspritzenfahrzeug zwischen 110 und 125 Euro. „Werden wir zu einem Fehlalarm gerufen, berechnen wir inzwischen einen Pauschalpreis von 510 Euro“, erklärt Schmidt. Das kam 2010 gleich 28 Mal vor.

Ein Teil des Geldes fließt in die Stadtkasse, aus der wiederum die Anschaffung neuer Geräte finanziert wird. Der andere Teil verlässt die Kasse gleich wieder. „Denn für unsere Ehrenamtlichen müssen wir einen Verdienstausfall bezahlen“, sagt Schmidt. Arbeitgeber also, die ihre Mitarbeiter für einen Einsatz freistellen, schreiben eine Rechnung an die Feuerwehr.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 20. Juli

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