Rezept-Tipp

Frischkäse selbst gemacht

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Selbst gemachter Frischkäse, mit ein paar Kräutern auf Baguette – lecker und noch dazu gesund.

Frischkäse kann man ganz einfach selbst zubereiten. Hier einige tolle Ideen mit wenigen Zutaten und einfacher Zubereitung. 

Bleiben Sie zuhause“ ist seit Wochen angesichts der Corona-Krise das Gebot. Für viele Menschen war oder ist das Arbeiten oder das Unterrichten der Kinder daheim ebenso eine Herausforderung wie die Frage, was man für sich selbst oder die Familie kocht. Warum nicht aus der Not eine kulinarische Tugend machen und etwas versuchen, das man vorher eben noch nicht versucht hat? Unser Vorschlag: Käse selber machen. Und wer jetzt verwundert fragt: Das geht? Ja, das geht! Und schmeckt.

Eigentlich hatte mich erst nur das Foto eines herrlichen Salats in der Zeitschrift „Einfach hausgemacht“ angesprochen. Als ich im Rezept dann aber las „selbst gemachter Frischkäse“, war mein Forschergeist geweckt. Und plötzlich stellt man fest, dass man Bücher über Käse besitzt, in die man noch nie wirklich geschaut hat. Und dass man auf die Schnelle zwar keinen Gorgonzola in der eigenen Küche zaubern kann, aber durchaus ein paar Köstlichkeiten.

Zeit lassen

Der Frischkäse braucht gerade einmal vier Zutaten: Einen Liter Milch, einen halben Liter Sahne, den Saft einer Zitrone und einen Teelöffel Salz. Das wird in einem großen Topf langsam zum Kochen gebracht und für einige Minuten noch sanft köcheln lassen.

Die Masse wird durch ein Sieb gegossen, das mit einem Tuch ausgelegt ist – so kann die Molke abfließen, der Käsebruch bleibt übrig.

Dabei ist tatsächlich wichtig, dass man nicht zu schnell hoch heizt, sondern sich etwas Zeit lässt. Dann trennen sich durch die Hitze Molke und Käsebruch – also die flüssigen und festen Bestandteile – voneinander. Das Ganze wird in ein Sieb gegossen, das mit einem sauberen Passiertuch ausgelegt ist.

Die abfließende Molke kann man auffangen und trinken. Den Bruch im Tuch ordentlich ausdrücken (Vorsicht – das ganze ist heiß“) und für einige Stunden kalt stellen. Dann ist der Frischkäse fertig und kann gleich genossen oder verarbeitet werden.

Wer mag, aromatisiert ihn zum Beispiel noch mit zusätzlichen Gewürzen, mit Kräutern oder auch in einer süßen Variante.

Nicht enttäuscht sein, wenn das Ganze nicht so aussieht wie das Industrieprodukt, das man vielleicht vor Augen hat. Und wer wie ich beim ersten Versuch kläglich scheitert (zu ungeduldig gewesen am Herd...), probiert es einfach nochmal.

Pressen und kühlen

Bei Bloggerin Elma Pandzic finde ich auf www.hanumakocht.at ein Rezept, das nach demselben Prinzip funktioniert, aber einen schnittfesten Käse zum Ergebnis hat.

Zwei Liter Vollmilch mit möglichst hohem Fettgehalt (mindestens 3,5 Prozent) in einem großen Topf aufkochen. 500 Gramm Sauerrahm werden mit vier Eiern und zwei Teelöffeln Salz vermengt und dann in die kochende Milch gerührt. Wenn sich nach einigen Minuten auch hier Molke und Bruch zu trennen beginnen, sollte man das ganze noch rund eine Viertelstunde weiter köcheln lassen.

Milch, Sahne, Zitrone und Salz – mehr braucht es nicht für einen selbstgemach-ten Frischkäse.  

Dann wird die Masse ebenfalls in ein Sieb gegossen, das mit einem feuchten, sauberen Küchentuch ausgelegt wurde. Das Tuch fest drehen und die Flüssigkeit ausdrücken und den Käse so „gepresst“ erst auskühlen lassen und dann am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Ergebnis ist ein kleiner Käselaib von rund 700 Gramm, dessen Konsistenz zwischen der von Mozzarella und Feta liegt. Der lässt sich einige Tage im Kühlschrank in einer Salzlake aufbewahren. Dafür einen halben Liter Wasser abkochen und fünf Teelöffel Salz vermengen.

Einmal im Thema, stelle ich fest, dass unzählige Videos, Bücher und auch ordentlich teures Material zur Herstellung von Käse existieren. Auf der Suche nach einem weiteren Rezept, für das es keine Utensilien oder besondere Zutaten braucht, liefert ausgerechnet mein Vater die zündende Idee – der abgesehen von Rührei wirklich nichts in der Küche kann. Kochkäse, natürlich. 

Wenige Zutaten, einfache Zubereitung und ein köstliches Resultat. Es gibt die unterschiedlichsten Geheimrezepte, ich habe mich für eine „hessische“ Variante entschieden. Und so geht’s: Gut 250 Gramm Harzer Käse zusammen mit 150 Gramm Butter und 150 Milliliter Sahne in einen großen Topf geben und bei niedriger Hitze schmelzen lassen. (Dass der wirklich groß ist, ist wichtig, weil die Masse durch die Zugabe von Natron später schäumt und aufgeht!). 250 Gramm Quark, einen knappen Teelöffel Natron und Kümmel nach Geschmack zugeben und alles, immer noch auf niedriger Stufe, zu einer Masse verbinden lassen. Die soll nicht wirklich „kochen“ – daher hat der Käse seinen Namen nicht. Das Endprodukt hält sich, in eine Schüssel abgefüllt verschlossen, einige Tage im Kühlschrank und schmeckt ganz wunderbar auf frischem Brot. Das man natürlich auch mal selbst backen kann. /Nadja Schwarzwäller

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