Haare schneiden lassen ist teurer geworden

Friseursalons und Kunden arrangieren sich mit strengen Vorgaben

Friseure nach Corona-Lockerungen
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Haare schneiden unter Corona-Bedingungen: Friseurin Sophia Emde mit Adelheid Busse, Betreiberin des Friseurstudios Hanseplatz in Korbach. Wegen des unvermeidbarem Kontaktes zu Kunden sollen Friseure und Kunden Mund-Nase-Bedeckungen tragen, was für die Friseure teilweise belastend ist.

Bei den Friseuren im Landkreis ebbt der erste Ansturm nach der Öffnung der Salons langsam ab. Der Betriebsalltag ist aber längst nicht alltäglich.

„Heute Termine frei“, heißt ein freundlicher Hinweis vor einem Friseursalon. Der Ansturm der vergangenen drei Wochen seit der Wiedereröffnung der Betriebe hat sich gelegt. Langsam kehrt ein wenig Normalität in den Alltag der Friseure ein, bestätigt Adelheid Busse, Betreiberin des Friseurstudios Hanseplatz in Korbach.

Sie hat das Glück, dass ihr Salon groß genug ist, damit mehrere Kunden mit ausreichend Abstand zueinander bedient werden können. Alle Mitarbeiter – zwei Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte – können daher wie gewohnt beschäftigt werden. Nach einem Monat Kurzarbeit dürfen sie seit dem 4. Mai ihrer Tätigkeit wieder nachgehen. Adelheid Busse ist froh darüber. Mit viel Aufwand halte sich der Salon an die strengen Auflagen, auch damit alle gesund bleiben und der Betrieb weitergehe. „Eine weitere Schließung könnten wir wirtschaftlich nicht verkraften.“

Kunden akzeptieren die Regeln

Adelheid Busse ist positiv gestimmt. „Alle Kunden akzeptieren die neuen Regeln.“ Diese neuen Regeln bilden eine lange Liste: Kunden müssen ihre Daten hinterlassen, sie müssen Maske tragen, und Haare dürfen erst geschnitten werden, wenn sie zuvor im Salon gewaschen wurden. Letzteres sei für die Friseurinnen sogar von Vorteil. Adelheid Busse geht davon aus, dass manche Regeln auch später, wenn das Coronavirus keine Rolle mehr spielen sollte, beibehalten werden könnten. Haare enthielten oft viele Krankheitserreger. „Für uns ist es schön, frisch gewaschene Haare zu schneiden.“

Haare waschen, häufigeres Reinigen und Desinfizieren der Arbeitsflächen und -geräte, Kundendaten aufnehmen: All das nimmt pro Kunde mindestens eine Viertelstunde zusätzlich in Anspruch, sagen Adelheid Busse und ihre Angestellte Sophia Emde. Außerdem ergeben sich höhere Betriebskosten für Schutzkleidung und Hygieneartikel. Daher sei es unvermeidbar, dass die Friseure ihre Preise etwas anheben.

Schwierig, kleinen Kindern die Haare zu schneiden

Fast allen neuen Herausforderungen könne man gerecht werden, meint Adelheid Busse. Doch ein Problem bleibt: kleinen Kindern die Haare zu schneiden, wenn sie im Salon gewaschen werden müssen. Das sei oft gar nicht möglich.

Die Salons werden übrigens überprüft, ob sie die Regeln einhalten. Dem Frankenberger Ordnungsamt beispielsweise sind bislang keine Verstöße bei Frisören bekannt. „Kunden wie Bedienstete verhalten sich gegenwärtig sehr vernünftig.“

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