Verwaltungschefs bevorzugen Kooperation – „Sensibles Thema“

Fusion von Kommunen: Bürgermeister skeptisch

+
Blick auf das Schloss in Bad Arolsen: Die Barockstadt kooperiert bereits erfolgreich mit Diemelstadt, Volkmarsen und Twistetal.

Waldeck-Frankenberg. Verstärkung der interkommunalen Zusammenarbeit – zu diesem Ziel bekennen sich Kommunen in Waldeck-Frankenberg mit einem klaren Ja. Aber für einen weitergehenden Schritt, etwa die Fusion mit anderen Gemeinden, sind Bürgermeister derzeit nicht zu haben. „Komplexe Materie“, „nichts übereilen“, die „Bürger mitnehmen“ lauten Kommentare der Verwaltungschefs kleinerer Kommunen, die unsere Zeitung zu diesem Thema befragt hat.

Hintergrund ist der Vorstoß der Bürgermeister von Münchhausen, Wetter, Lahntal und Cölbe im nördlichen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie wollen, wie berichtet, einen Gemeindeverband gründen und schlagen sogar eine Verschmelzung der vier Kommunen vor. Darüber diskutieren dort gerade die Parlamente. Bürgermeister in Waldeck-Frankenberg sind da zurückhaltender.

 „Grundsätzlich ist die Zusammenlegung von Verwaltungsaufgaben zu begrüßen, dennoch ist sensibel und nicht übereilt mit dem Thema umzugehen“, sagt Gemündens Bürgermeister Frank Gleim als Sprecher für insgesamt sieben Kommunen im Frankenberger Land. Intensivere Zusammenarbeit sei aus wirtschaftlichen, personellen und fachlichen Gründen notwendig, aber man müsse auch das Empfinden und die Identifikation der Menschen mit ihrer Gemeinde berücksichtigen. Das daraus resultierende Engagement für den Ort und die Vereine habe große Bedeutung, gerade im ländlichen Raum.

Das sehen auch die Bürgermeister von Hatzfeld und Battenberg so und warnen vor einer „Vereinnahmung durch eine größere Struktur“. Die vier Nordwaldecker Bürgermeister von Bad Arolsen, Volkmarsen, Diemelstadt und Twistetal setzen auf enge Kooperation. Weiterführende Modelle – sei es als Verwaltungsgemeinschaft oder Zusammenschluss – betrachten auch sie zumindestens einmal als verfrüht. (mab/jpa/es)

Mehr zum "sensiblen Thema" Gemeinde-Fusion lesen Sie in der gedruckten Ausgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare