Beide Seiten sprechen von „erheblichen Hindernissen“

Fusion von Kreiskrankenhaus mit Vitos vor dem Aus

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Verschmelzung abgesagt: Das Kreiskrankenhaus Frankenberg wird sehr wahrscheinlich nicht mit der Vitos Haina gGmbH fusionieren. Eine künftige Zusammenarbeit ist aber von beiden Seiten nicht ausgeschlossen.

Waldeck-Frankenberg. Paukenschlag beim Kreiskrankenhaus in Frankenberg: Die Klinik in der Trägerschaft des Landkreises wird wohl nicht wie geplant mit der Vitos Haina gGmbH verschmelzen. Das teilten am Mittwoch Landrat Reinhard Kubat als Aufsichtsratsvorsitzender der Klinik und Vitos-Geschäftsführer Reinhard Belling mit.

Die letzte Entscheidung haben die zuständigen Gremien. Am Montag tagt der Aufsichtsrat der Klinik.

Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Landkreis und Vitos wird erwogen, den Geschäftsbesorgungsvertrag „einvernehmlich“ aufzuheben. Kurz vor der Beschlussfassung über die endgültige Verschmelzung seien „erhebliche Hindernisse“ aufgetreten. „Letztendlich sind beide Partner gemeinsam zur Erkenntnis gelangt, dass die Zusammenarbeit in der geplanten Form aktuell nicht möglich ist“, heißt es.

Landrat Dr. Reinhard Kubat: "Millionendefizit hat alle überrascht"

Auf Anfrage unserer Zeitung wurde Kubat konkreter: „Die jüngste Entwicklung beim Kreiskrankenhaus hat uns alle überrascht“, sagte er und wies auf das erneute Millionen-Defizit hin. Danach hätten die Medienberichte, die Debatte im Kreistag und die öffentliche Diskussion dazu geführt, dass sich beide Seiten die Frage gestellt hätten, ob eine Verschmelzung zum jetzigen Zeitpunkt Sinn mache. 

Für die Kreisklinik heißt das, dass der Kreis künftig wieder als alleiniger Träger auftritt – und einspringen muss, wenn das Krankenhaus in Schieflage gerät. Gegenüber unserer Zeitung wies Kubat nämlich auch darauf hin, dass aktuell keine Fusion mit anderen Partnern diskutiert werde.

Entscheidung über Geschäftsführung in den nächsten Tagen

Dass Ralf Schulz, der 2014 als Chef von Vitos Haina auch die Geschäftsführung beim Kreiskrankenhaus übernahm, nach dem Scheitern der Verschmelzung Chef der Kreisklinik bleibt, gilt als ausgeschlossen. Kubat dazu: „Wir werden auch hinsichtlich der personellen Ausrichtung in den kommenden Tagen eine Entscheidung treffen.“ 

Kritik an der aktuellen Entwicklung im Kreiskrankenhaus äußerte am Mittwoch unter anderem Jürgen Frömmrich (Grüne). Er sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einem "Desaster".

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