Waldeck-Frankenberg: Hessen-Agentur-Schätzung belegt demografischen Wandel

Als ob ganze Dörfer verschwänden

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- Waldeck-Frankenberg (lb/apa). Der Begriff „Demografischer Wandel“ spukt seit Jahren im Landkreis herum. Nun ist das Schreckgespenst erstmals mit konkreten Zahlen belegt. Danach schrumpfen die Kommunen so stark, dass teilweise ganze Dörfer leer stehen könnten.

Alleringhausen – menschenleer. Kohlgrund und Benkhausen – ausgestorben. Alraft, Ammenhausen und Immighausen – allesamt unbewohnt. Nein, natürlich werden nicht die einen Dörfer komplett aussterben und die anderen auf dem heutigen Stand bleiben. Doch erst, wenn man die Zahlen (siehe unten) in ganze Dörfer „umrechnet“, wird deutlich, wie sich der demografische Wandel auf das Waldecker Land auswirken könnte. Die Anzeichen sind schon jetzt unübersehbar: In fast allen Dörfern gibt es leer stehende Gebäude in den Ortskernen; Kindergärten und Grundschulen schließen, weil es nicht mehr genügend Kinder gibt; Familien, in denen drei Generationen unter einem Dach wohnen, sind rar geworden.

In den Kommunen werden im Jahr 2030 Hunderte Menschen weniger leben, wenn sich die Bevölkerung weiterhin so entwickelt wie in den vergangenen zehn Jahren. Die Hessen-Agentur hat eine entsprechende Prognose für das Jahr 2030 erstellt (siehe Kasten). Die Zahlen vergleicht sie mit der Entwicklung auf Landesebene, im jeweiligen Regierungsbezirk und auf Kreisebene. Das Land Hessen verliert insgesamt nur leicht: Die Zahl der Landesbewohner sinkt voraussichtlich von 6,07 Millionen um 151 000. Doch davon werden die meisten im Regierungsbezirk Kassel fehlen: Dort beträgt das vorausgesagte Minus 129 000 Einwohner.

Der Vogelsbergkreis und der Werra-Meißner-Kreis verlieren­ den Prognosen zufolge die meisten Einwohner. In Südhessen hingegen nehmen die Bevölkerungszahlen zu oder bleiben stabil. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg werden nach den Rechnungen der Hessen-Agentur in 20 Jahren 20 000 Menschen weniger leben – das entspricht beinahe der Stadt Korbach mit ihren Ortsteilen. Apropos Korbach: Die Kreisstadt als Mittelzentrum und Standort großer Arbeitgeber wie Continental verliert laut Prognose weniger Einwohner als der Durchschnitt in Landkreis und Regierungsbezirk, ebenso Volkmarsen. Bad Arolsen liegt noch knapp über den Werten des Landkreises, Bad Wildungen zieht in etwa gleich. Alle anderen Kommunen des Altkreises verlieren mehr Einwohner als der Durchschnitt auf Kreisebene. Mehr Zahlen im Internet: http://www.hessen-nachhaltig.de/web/vitale-orte-2020

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 28. Dezember

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