Redewendung vom 6. Juli

Gardinenpredigt halten

- Was hat es nur mit den Gardinen auf sich, dass sie einem in der Welt der Redewendungen immer mal wieder begegnen? Warum zum Beispiel heißen Strafreden auch Gardinenpredigten?

Gemeint sind dabei vor allem jene Gardinen, die einst vor den Betten hingen. Kamen die Ehemänner spät in der Nacht mit einer Fahne aus dem Wirtshaus, dann drohten ihnen hinter diesen Gardinen eben jene Strafpredigten, die als Gardinenpredigten in die Geschichte eingingen. Auch eine andere Gardinen-Redewendung nimmt weniger die angenehmen Seiten des Lebens in den Blick – denn wer hinter schwedischen Gardinen sitzt, ist im Gefängnis gelandet. Die ironische Beschönigung der Gitterstäbe ist seit Jahrhunderten eine gern gewählte Redewendung. Aber warum schwedisch? Laut dem Experten Krüger-Lorenzen erinnert das Wort an die Grausamkeiten der Schweden im Dreißigjährigen Krieg. Schwedische Gardinen sind demnach besonders unangenehme Exemplare und haben mit wohliger Gemütlichkeit im Wohnzimmer ganz und gar nichts mehr zu tun. (resa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare