Kostenloses und freiwilliges Angebot

Geburtshilfe in Waldeck-Frankenberg: Babylotsen unterstützen Familien

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Die Babylotsinnen Antje Staudt (links) und Sabine Guaglianone-Hesse (re chts) mit Daniela Kramer vom Jugendamt.

Mit der Geburt eines Kindes ergeben sich für Eltern oft viele neue Fragen und Herausforderungen. In Waldeck-Frankenberg startet jetzt ein Projekt, bei dem Babylotsen sich kümmern sollen.

Waldeck-Frankenberg. Ziel der Babylotsen soll es sein, dass niemand alleine gelassen wird, sondern dass Eltern besonders früh alle Möglichkeiten der Unterstützung aufgezeigt bekommen – vor allem die Angebote der Frühen Hilfen.

Zwei qualifizierte Frauen sind nun mit dieser Aufgabe betraut. In den beiden Geburtshilfestationen im Landkreis – im Kreiskrankenhaus Frankenberg und im Stadtkrankenhaus Korbach – werden sie stundenweise als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen. Das Angebot ist für die Familien freiwillig und kostenlos. Das Land Hessen fördert das Projekt mit bis zu 20 000 Euro jährlich. Der Landkreis als Träger zahlt jedes Jahr 5000 Euro dafür.

Brücke bauen zu bestehenden Angeboten

„Gesundes Aufwachsen von Kindern ist uns wichtig“, erklärt Daniela Kramer vom Jugendamt. Die Babylotsinnen sollen eine Brücke darstellen zu den bestehenden Angeboten für Schwangere und Familien, damit diese überhaupt erkannt und bei Bedarf genutzt werden können. „Die Zeit nach der Geburt ist eine sensible Zeit, in der die Eltern am besten erreicht werden können.“

Die beiden speziell geschulten Babylotsinnen sollen künftig an jeweils zwei Tagen pro Woche drei Stunden in den Kliniken sein und bei Bedarf auch an anderen Terminen. Babylotsen gibt es bereits in anderen Regionen in Deutschland und vermehrt in Südhessen. Waldeck-Frankenberg ist in Nordhessen neben dem Werra-Meißner-Kreis laut Daniela Kramer der einzige Landkreis mit diesem Angebot. 

Unterstützung bei administrativen Aufgaben

„Babylotsen sind keine Konkurrenz zu Hebammen“, betont Dr. Volker Aßmann, Chefarzt am Kreiskrankenhaus, „sondern sie stellen ein Bindeglied dar und unterstützen Familien zum Beispiel bei administrativen Aufgaben.“

Die finanzielle Förderung durch das Land Hessen muss jedes Jahr neu beantragt werden. Das Projekt soll zunächst bis 2025 laufen. „Bis dahin ist Zeit, Erfahrungen zu sammeln und zu entscheiden, wie es danach weitergehen wird“, sagt Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese.   

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