Kompass lässt 15 Fachkräfte für Kinderschutz ausbilden

Gefahr trotz Blockade erkennen

Stolz auf Zertifikate: Die frisch geschulten Kinderschutzkräfte von Kompass und Jugendamt mit Marymar del Monte (l.) und Erik Weise (h. l.) Foto: Wilhelm Figge
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Stolz auf Zertifikate: Die frisch geschulten Kinderschutzkräfte von Kompass und Jugendamt mit Marymar del Monte (l.) und Erik Weise (h. l.) Foto: Wilhelm Figge

Waldeck-Frankenberg - Bevor das Jugendamt bei familiären Problemen Kinder von ihren Eltern entfernen muss, ruft es den Verein „Kompass Korbach“.

Dessen Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler und Erzieher bringen „Ruhe und Veränderung“ in Familien, erklärt Geschäftsführer Erik Weise. Der Verein operiert mit seinen 20 Mitarbeitern in einem Umkreis von 100 Kilometern um die Hansestadt, hat Außenstellen in Meschede und Brilon.

Die Auftragslage im Bereich der Kindeswohlgefährdung steige, stellt Erik Weise fest. Statt eines großen Fests zur Feier des 20-jährigen Bestehens spendiert der Verein seinen Mitarbeitern deshalb „Handwerkszeug“ für die tägliche Arbeit: Zwölf von ihnen haben in 50 Unterrichtsstunden ihre Zertifikate als Fachkräfte für Kinderschutz erworben.

Laut Bundeskinderschutzgesetz müssen Berufsgeheimnis-träger wie Sozialarbeiter und Ärzte besondere Kompetenz bei der Einschätzung von Gefahren für Kinder und Jugendliche erlangen: „Damit sie nicht nur zugucken, sondern auch aktiv werden können“, erklärt Dozentin Marymar del Monte von der Paritätischen Akademie in Karlsruhe. Wenn die Fachkräfte Probleme in der Familie angehen wollen, stießen sie oft auf Ablehnung, erklärt Marymar del Monte - eine gute Ausbildung sei nötig, um zu erkennen, wenn etwas getan werden muss: Welche Formen von Misshandlung es gibt, welche Symptome diese aufweisen, wie sie gemeldet werden und wie mit Eltern gesprochen wird, waren einige Inhalte des Seminars.

Auch die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen war Thema: „Denn Versuche zu helfen scheitern oft daran, dass verschiedene Professionen sich nicht gut verstehen und nicht klar ist, wer welche Verantwortung hat“, erläutert Marymar del Monte. Umso besser sei, dass der „Kompass“ auch drei Mitarbeiter des Jugendamts zum Seminar eingeladen hat - ein Vorgehen, dass die erfahrene Dozentin so noch nicht gesehen habe, aber ausdrücklich begrüßt.

Auch der große Schwung an Mitarbeitern, die der „Kompass“ schulen lasse, sei bemerkenswert. Mit Übergabe der Zertifikate hat jeder, der bei der ambulanten Erziehungshilfe die Qualifikation benötigt, sie auch erlangt.(wf)

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