Das ABC des Fehlerteufels

Geklaute Klos und Dürftiges vom Grill

Das ist kein Scherz und keine Fotomontage, sondern ein Beweis dafür, dass die Hersteller von Straßenschildern ein Korrektorat brauchen. Foto:Georg Schmidt / www.myheimat.de/beitrag/2524381

Waldeck-Frankenberg - Jedes Jahr um diese Zeit ein Schmankerl für alle Leser: Unser Rückblick auf jene Sätze, die es nicht in die WLZ-FZ geschafft haben, die wir Ihnen aber dennoch nicht vorenthalten wollen.

A nglizismen sind in der Zeitungswelt verpönt. Dass das gut und richtig ist, zeigt ein Text, in dem von „Ständing Ovwäschen“ die Rede ist. Das machte der Verfasser wett, indem er die „Nussknackersweet“ verenglischte (ich weiß, dass das kein Wort ist. Aber es passt so schön).

B uchstabendreher sind Klassiker. Dieser hier ist mit der Hoffnung behaftet, dass es sich wahrhaft um einen solchen handelt. Denn wenn Schüler und Jugendliche - Achtung, Zitat! - ihren König wirklich ausscheißen, wird es ganz schön ekelhaft.

C hirurgie kann sicher vieles, aber das? „Aus Busen werden Trucks“, heißt es in einem Text. Wer daran ein Interesse hat, ist mir ein Rätsel.

D er Weg ist das Ziel. Oder ist der Start schon der halbe Weg? Eine Wandergruppe fuhr mit dem Bus zum Museum, wo eine Führung durch die Räume erfolgte. Nächster Satz: „Mit der Aufstellung zum obligatorischen Gruppenfoto ging die erste Etappe der Wanderung zu Ende“. Die zweite Etappe bestand wider Erwarten nicht aus Kaffee und Kuchen.

E ntweder hat Frankenberg einen neuen Bürgermeister oder eine große Stiftung findet, Namen seien Schall und Rauch. Jedenfalls berichtete sie von der Eröffnung einer Veranstaltung durch „Bürgermeister Jürgen Heß“.

F rei von der Leber weg hat eine Gruppe darum gebeten, ihre geplante Reise anzukündigen, und zwar mit folgender Ergänzung: „Damit uns die Fahrt nicht zu teuer wird, hätten wir gern noch Gäste mitgenommen“.

G eht es um Geld, hört die Großzügigkeit schnell auf. Das zeigt die folgende Meldung: „Kostenlose Führung durch das Museum. Lediglich das Eintrittsgeld ist zu entrichten.“

H ähnchen haben es nicht leicht: Die Schützen konzentrieren sich heutzutage nicht mehr nur auf Scheiben. Nein, die Vögel müssen nun auch noch vor „Hähnchenschießen“ gefeit sein.

I mmer wieder dabei sind kannibalistische Ankündigungen, gerne von harmlosen Landfrauenvereinen veröffentlicht. Auch in diesem Jahr gab es wieder mehrfach „Kinderkochen“ in der Region. Und wenn wir schon bei Kindern sind:

J edes Jahr zum Beginn des Schuljahres werden an Erstklässler leuchtende Westen verteilt, damit die Kleinen besser zu sehen sind. Eine ganz neue Wirkung soll da wohl die „Wahnweste“ erzielen, von der in einem Bericht die Rede war.

K lingt jetzt nicht so lecker: Bei einem Laternenumzug sollten „Brazwürstchen“ verkauft werden. Sagen Sie das dreimal laut vor sich hin. Na, haben Sie noch Hunger?

L autschrift: Am Redemanuskript eines Bürgermeisters ist zu erkennen, wie einfach sprachliche Hürden zu überwinden sind - wenn man sich zu helfen weiß: „Scher sami“, heißt es da, besonders der liebe „Dschon Pieärr“ wird willkommen geheißen und die „Teeräs“. Am Ende wünscht er einen „Bonn suaree“. Ich wette, die Gäste aus Frankreich haben‘s verstanden.

M ütter mit Humor gibt es in Korbach. Dort heißt der Stilltreff italienisch-englisch „Latte to go“ („Milch zum Mitnehmen“). Die stillenden oder fütternden Mütter treffen sich dort sogar zum Austauschen. Wir gehen davon aus, dass dabei ausschließlich Erfahrungen und Informationen ausgetauscht werden.

N ur die Fremdworte benutzen, die man auch versteht: Diese eiserne Regel missachtete jemand, der von den „florisierten“ Spielern bei einer „Premäre“ und einem „fasionierenten“ Stück schrieb.

O h, bitte gib mir nur ein O, bitte gib mir nur ein O...“ Jetzt hab ich einen O(hr)wurm. Der fiel mir bei dem Satz „Im Dachgeschiss befinden sich heute Räume der Kirchengemeinde“ eben ein.

P reise sind ja normalerweise still und unbeweglich. Sollte man jedenfalls meinen. Im Waldecker Land haben sie offenbar Arme, denn von dort kam eine Pressemeldung mit dem Versprechen: „Den Gewinnern winken zahlreiche Preise entgegen“.

Q R-Codes und Apps sagen vielen Menschen der älteren Generation nichts. Mit Wortspielen als Werbemittel sollten die Marketing-Leute dieser Welt also vorsichtig sein. Das zeigt der Leserbrief einer älteren Dame, die sich darüber ärgert, dass auf dem Schulbus in großen Buchstaben „APPstand halten“ steht. Wie soll das Enkelchen da bitte die richtige Rechtschreibung lernen? Recht hat sie.

R eihenfolge kann entscheidend sein, nicht zuletzt beim Satzbau. Falls nicht Pinocchio beteiligt war, macht diese Aussage keinen rechten Sinn: „Als Überraschung bekam jedes Kind aus Holz eine Steckplatte“.

S chießen gehen und Freunde treffen“. Das steht wirklich so unter einer Ankündigung.

T iere sind lustig. In einer Glosse über die Vögel im Winter lernten wir, dass die Vögelchen sich auch zwischen großen Vierbeinern wohlfühlen: „Nachts kuscheln sich die verstummten Sänger in Schafgemeinschaften zusammen“.

U nter Entspannung verstehen manche Menschen einfach etwas anderes. So erfreuten sich einige Senioren an einem „beruhigenden 20-Schuss-Programm“. Jedem das Seine.

V orgewarnt waren die Besucher eines Schützenabends: Da heißt es in der Ankündigung, dass „Dürftiges vom Grill“ angeboten wird.

W as will mir der Künstler damit sagen? Das fragte sich ein Leser, der uns eine Mail weiterleitete, die wie folgt beginnt: „Ich nenne mich Herr Peter Elvinger, die persönlichen Darlehen der Formalitäten einfach für alle Gewinngebräuche die Lohnempfänger und Beamte, die ein Dienstalter von drei Monaten oder lebendes Heimatloses haben in Frankenreich oder in Deutschland oder überall, dass sie sind.“ Trotz aufmerksamen Lesens habe er das Ansinnen des Autors nicht erkannt, schreibt unser Leser. Wir auch nicht.

X y ungelöst: Manchmal ist nicht nur die Polizei auf der Suche nach Hinweisen, sondern auch die Redakteure - und zwar nach Hinweisen, was wohl gemeint sein könnte. So etwa nach diesem Satz: „Bei der Kriminalpolizei wurden in den letzten Tagen Fälle bekannt, die zu einem enormen Schaden führen können.“ Dafür stellte ein anderer Beamter in einer Pressemitteilung sicher, dass die Titelzeile „Toilettenhäuschen gestohlen“ verstanden wird. Denn als Zusatz folgte: „Klo weg“.

Y psilon - damit kam in diesem Jahr nichts vor. Tut myr leyd. Wyrklych.

Z war finden sich hier die schönsten Ausrutscher aus eingereichten Mitteilungen und Pressetexten, aber auch Redakteure sind nicht ohne Makel. Und so stammt der letzte Beitrag von einer Kollegin, die schrieb: „Die Ortsdurchfahrt bleibt zwei Wochen lang gesperrt (wir beichteten).“ Amen. (apa)

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