Waldeck-Frankenberg

Geomatiker: Fünf Azubis in neu geschaffenem Beruf

- Waldeck-Frankenberg (tt). Den Vermessungstechniker am Straßenrand hat jeder schon einmal gesehen. Was aber nach dem Vermessen mit den gesammelten Daten geschieht, bleibt meist unklar. Geomatiker sind für die Verwertung der Daten zuständig - und werden in Korbach ausgebildet.

Durch eine Neuordnung im Berufsfeld der Geoinformationstechnologie ist in Zukunft für das Verarbeiten geographischer Daten der Geomatiker zuständig. Diesen neuen Ausbildungsberuf üben seit dem 1. August auch fünf junge Männer beim Amt für Bodenmanagement in Korbach aus. Zwar ist das Vermessen von Flächen auch Teil der Ausbildung zum Geomatiker, doch geht es mehr um die „Verwaltung von Daten als das Sammeln solcher“, erklärt der Auszubildende Markus Berkenkopf (27). Aus den verwalteten Daten können dann Karten erstellt oder aktualisiert werden.

In der Praxis betrifft dies unter anderem Karten für Navigationssysteme oder Wanderkarten, aber auch bei Streitfällen um den Grundstücksverlauf können Geomatiker aushelfen. Weitere Aufgaben stehen an, wenn Flurstücke zusammengelegt oder neue Häuser gebaut werden. Dann sind die Geomatiker dafür zuständig, die Daten mittels gegebener Koordinaten, Längen und Winkel in Karten einzutragen. Dort werden diese Punkte miteinander verbunden, dadurch entstehen Flächen wie Häuser oder Straßen. Ebenso gehört die Erkundung der Erdoberfläche anhand von Luftbildern nach der Lehre zum Repertoire des Geomatikers. „Es macht sehr viel Spaß, die Karten Stück für Stück zusammenzusetzen“, beschreibt Markus Berkenkopf, bislang Student, den Reiz des Berufes.Dass man durch die Ausbildung einen völlig anderen Blick auf die Umgebung hat, verrät Manuel Lages: „Ich achte überall auf Vermessungspunkte.“ Dies sind zum Beispiel Metallplättchen im Boden. Auch das eigene Haus vergleicht er mit den Daten aus Karten. „Es ist ein bisschen wie ein Tick“, so der 21-Jährige.

Die Neuordnung des Berufsfeldes war notwendig, da der Ausbildungsberuf des Vermessungstechnikers mittlerweile veraltet ist. So wurden dort die Karten häufig noch per Hand gezeichnet, dies geschieht jetzt mit speziellen Programmen am Computer. In das Berufsbild des Geomatikers fließt zudem noch der Beruf des Kartografen ein. Am Ende sollen die Auszubildenden also geografische Daten beschaffen, verarbeiten und darstellen können. Potentielle Arbeitgeber sind laut Ausbilderin Jennifer Koppe unter anderem Energieversorger, Baufirmen, der Straßenbau oder andere Unternehmen die Kartendienste anbieten, wie etwa google.Neben Markus Berkenkopf und Manuel Lages starteten auch Jan-Hendric Beisenherz (20), André Buttler (16) und Marvin Grohse (20) in die dreijährige Ausbildung beim Amt für Bodenmanagement. Sie alle eint das Interesse für Mathematik und Geometrie, was auch als Voraussetzung für den Beruf gilt.

Bevor am Ende der Ausbildung eine Abschlussprüfung mit praktischem Teil ansteht, werden den fünf Azubis theoretische und mathematische Grundlagen vermittelt. Das Vermessen im Außendienst ist ebenso Teil der Ausbildung wie externe Schulungen für die Computerprogramme. Zudem geht es einmal in der Woche an die Berufsschule nach Kassel. Im August 2012 werden dann erneut zwei Auszubildende zum Geomatiker in Korbach eingestellt.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung und der Frankenberger Zeitung von Mittwoch, 17. August 2011.

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