Korbach

Geopark: Den Stein ins Rollen bringen

- Korbach (jk). Der heimische Geopark „Grenzwelten“ hat das lang ersehnte nationale Prädikat. Ausgerechnet das 250 Millionen Jahre alte Wappentier schlummert indes versteinert in Archiven. Das soll sich ändern.

Rund 90 Prozent des fossilen Gesteins aus der „Korbacher Spalte“ liegen seit über zehn Jahren unbearbeitet im Karlsruher Naturkundemuseum. Nach jahrelangem Tauziehen haben die Stadt Korbach und der Landkreis Waldeck-Frankenberg nunmehr einen Fachmann beauftragt, dem Gestein weitere Geheimnisse der Erdgeschichte zu entlocken. Der Karlsruher Präparator Samuel Giersch soll ab März für zunächst drei Monate an die Arbeit gehen, um weitere fossile Knochenfunde herauszuarbeiten. 7200 Euro stehen dafür zur Verfügung, wie gestern Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich, Kreisbeigeordneter Otto Wilke, der Korbacher Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen und Norbert Panek erklärten. Panek ist Leiter des Geopark-Projektbüros, das am 29. Januar einen großen Erfolg verbuchte: Seit zwei Wochen dürfen die geologischen und paläontologischen „Grenzwelten“ in Waldeck-Frankenberg sowie hessischen und westfälischen Nachbarkreisen das Prädikat „Nationaler Geopark“ tragen (wir berichteten). Geologische Früchte der Erdgeschichte – wie das Gold vom Eisenberg oder der Achat aus dem Kellerwald – verschmelzen hier mit herausragenden Spuren der Evolution. Es geht um fossile Funde von Urtieren und Pflanzen, die aber künftig nicht nur in wissenschaftlichen Kreisen für Aufsehen sorgen sollen – sondern möglichst auch bei vielen Besuchern. Im Zentrum des Geoparks steht die 250 Millionen Jahre alte „Korbacher Spalte“ als herausragendes Denkmal der Permzeit. Im Blickpunkt stehen dabei Knochenfunde des rund 60 Zentimeter großen Säugetier-Vorfahren „Procynosuchus“, eines vierbeinigen Landwirbeltiers. Das dreimonatige Projekt zur Präparation des Gesteins soll Anhaltspunkte liefern, wie aufwendig und wie teuer es wird, das gesamte Material aus der Spalte zu analysieren. Das wiederum dient als Basis, um die wissenschaftliche Arbeit fortzuführen – zugleich bei Bund und Land mögliche Fördergelder abzurufen.

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