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Gesenkte Energiesteuer: Preise an Tankstellen in Waldeck-Frankenberg sinken allmählich

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Von: Armin Haß, Thomas Hoffmeister, Wilhelm Figge

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Blaues Auto wird betankt
Tanken wird billiger, doch im kompletten Maße kommt die Steuersenkung noch nicht an: Viele Tankstellen haben noch teuer eingekauften Kraftstoff. © Jens Büttner/dpa

Der Ansturm bleibt aus, der Preissturz auch – aber die Absenkung der Energiesteuer ist an den Zapfsäulen in Waldeck-Frankenberg zu bemerken.

Waldeck-Frankenberg – Die seit dem 1. Juni geltende Senkung der Energiesteuer hat die Spritpreise teils deutlich sinken lassen. An Tankstellen in Waldeck-Frankenberg kostete der Liter Super am Mittwoch um die 1,90 Euro, Diesel um die 1,95. Am Tag zuvor lagen die Preise noch im Bereich von 2,15 bis 2,20 Euro. Laut ADAC beträgt der theoretische Preisunterschied für Superbenzin durch die Steuerentlastung 35,2 Cent pro Liter, bei Diesel 16,7 Cent.

„Natürlich werden das jetzt viele Leute nutzen“, sagte gestern Mittag Anja Kinkel, die Betreiberin der SB-Tankstelle in der Ruhrstraße in Frankenberg. Es seien am Vormittag „ein paar Kunden mehr“ da gewesen als üblich, nachdem es an den Tagen zuvor etwas verhaltener gewesen sei. „Es wurde Zeit, dass was passiert, das war schon heftig“, sagte Kinkel .

Keine langen Schlangen gab es vor der Tankstelle Klapp in Mengeringhausen. Eigentümer Mario Klapp hatte mit mehr Kundschaft an den Zapfsäulen gerechnet. Es sei auch nicht so gewesen, dass Kunden sich in den letzten Tagen vor der Absenkung der Energiesteuer auf Sprit zurückgehalten hätten. Immerhin ist der Dieselpreis am Mittwochmorgen bei 1,949 Euro angekommen. Den Kraftstoff habe er noch für 2,09 Euro pro Liter eingekauft. Insgesamt seien die Preise etwas heruntergegangen. Klapp schätzte, dass die Nachfrage zum Feierabend wieder zunehme.

Die ganzen 35 Cent günstiger zapften auch Kunden an der Tankstelle Dimitirc in Korbach noch nicht: „Wir als freie Tankstellen haben noch Sprit von letzter Woche“, erklärt Inhaberin Petra Dimitric – und der sei noch hoch besteuert eingekauft worden. Alle freien Tankstellen müssten deshalb drauflegen: „Wir sind Steuereintreiber und Steuerzahler – und müssen jetzt schauen, wie wir an Geld kommen.“

Von Montag auf Dienstag sei der Einkaufspreis sogar um zehn Cent gestiegen: „Wir fühlen uns ganz schön veräppelt“, sagt sie. Sie denke , dass die Preise weiter runter gehen, bei neuen Lieferungen sollte der Preis angepasst werden. Aber letztlich sei die Entwicklung für niemanden vorherzusehen. Fest stehe: „Die Spritpreise werden nicht von uns gemacht, wir sind das letzte Rad.“ Den Anfang mache die Ölindustrie.

Vergangene Woche sei schon nicht viel los gewesen an den Zapfsäulen: „Alle haben auf die große Senkung gewartet“, erklärt Petra Dimitric – da sei nur so viel wie nötig getankt worden. So sei es zumindest zu Beginn der Steuersenkung weitergegangen. (off/ah/wf)

Tankrabatt wegen hoher Energiepreise

Mit dem Tankrabatt hat die Bundesregierung die Energiesteuer auf Sprit wegen der hohen Energiepreise auf das in der EU geltende Mindestmaß gesenkt. „Wir sehen eine Preissenkung, allerdings ist es noch nicht die vorgesehene Höhe“, sagte gestern ein Sprecher des ADAC Hessen-Thüringen. Viele Tankstellen hätten noch zu alten Konditionen eingekauft. Im Laufe der kommenden Tage, wenn alte Bestände ausverkauft werden, seien größere Preissenkungen erwartbar. (dpa)

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