Kampf gegen fehlende Ärzte auf dem Land

Gesundheitszentren in Frankenau und Battenberg sollen ärztliche Versorgung sichern

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Medizinische Dienstleistungen unter einem Dach: Im Frankenberger Bahnhofsgebäude soll eines der drei Gesundheitszentren im Frankenberger Land eingerichtet werden.

Im Kampf gegen fehlende Ärzte auf dem Land geht der Kreis in Zusammenarbeit mit den Kommunen neue Wege: Zwei Gesellschaften mit beschränkter Haftung sollen die medizinische Versorgung in Gesundheitszentren sicherstellen.

Waldeck-Frankenberg – Dort sollen Ärzte und andere Dienstleister arbeiten. Der Kreistag billigte die beiden Gründungen einstimmig.

  • Die erste Gesellschaft soll Ärzte- und Gesundheitszentren im Kreis entwickeln und errichten, entsprechende Strukturen im Gesundheitswesen etablieren und sich an Gesellschaften vor Ort beteiligen. Alleiniger Eigentümer ist der Kreis, Geschäftsführerin wird Katharina Wilke.
  • Die zweite Gesellschaft namens „Gesundheitszentrum Frankenberger Land“ soll Zentren in Frankenau und Battenberg errichten.

Der Kreis stellt für diese Gesellschaft 37. 500 Euro als Stammkapital zur Verfügung, beide Städte beteiligen sich mit jeweils 1000 Euro und bringen die bereits ausgewählten Grundstücke ein. Eine Beteiligung der Ärzte an den Zentren ist möglich.

Wer sie betreibt, soll später entschieden werden. „Wir können uns nicht vorstellen, Betreiber zu sein“, hatte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese in der gemeinsamen Sitzung der Kreistags-Ausschüsse Sozial-es und Finanzen erklärt. Für ihn haben die Zentren „Modellcharakter“, sie könnten auch anderen Kommunen als „Blaupause“ dienen. Schon 2017 hätten die Städte Frankenberg, Frankenau und Battenberg die Zentren unter der Regie des Kreises auf den Weg gebracht, berichtete Landrat Dr. Reinhard Kubat. Das hessische Sozialministerium förderte das Projekt mit 150. 000 Euro. Mit der Gründung der Gesellschaft sollten die beiden Zentren „umsetzungsreif gemacht“ werden.

Als Nächstes sollen Vereinbarungen mit den bereits gefundenen Interessenten geschlossen werden – gebaut werde erst, wenn Arztstellen auch besetzt seien, sagte Wilke in den Ausschüssen. Dann geht es an die Bauplanung.

Eine Beteiligung Frankenbergs sei vorerst nicht notwendig, sagte Kubat – die Stadt richte im Bahnhof ein eigenes Zentrum ein und vermietet es an Interessenten. Allerdings solle es eingebunden werden.

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