Ernte in vollem Gange - Ertragseinbußen werden erwartet

Waldeck-Frankenberg: Landwirte rechnen mit deutlich geringerer Getreideernte

Mähdrescher Feld Getreide Ernte
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Die Getreideernte in Waldeck-Frankenberg ist in vollem Gange.

Die Getreideernte im Landkreis ist in vollem Gange, Start war mit der Wintergerste. Auch wenn es für eine konkrete Bilanz noch zu früh sei, sagt Matthias Eckel, Geschäftsführer des Frankenberger Kreisbauernverbands, zeichne sich eine enttäuschende Ernte bereits ab.

Karsten Schmal, Vorsitzender des Bauernverbands Waldeck, rechnet mit einer „leicht unterdurchschnittlichen“ Ernte. Der Grund für die gedämpften Erwartungen: Wie in den vergangenen drei Jahren auch der fehlende Regen. Vor allem im März und April sei das extrem schlecht gewesen, sagt Karsten Schmal. Der Landkreis sei insgesamt nicht mit guten Böden gesegnet, da sei Regen umso wichtiger.

Das betont auch Matthias Eckel: „Wir haben keine tiefgründigen Böden, Wasser kann deshalb schlecht gespeichert werden.“ Regelmäßige Niederschläge seien da besonders wichtig. Doch im dritten Jahr in Folge habe es nun eine „ausgeprägte Trockenheit“ gegeben. Entsprechend sind die Erträge der ersten abgeernteten Flächen ausgefallen.

In manchen Teilen des Landkreises habe es zwar etwas mehr geregnet, sagt Schmal. Insgesamt sei es aber zu wenig gewesen. Der Regen der vergangenen Tage sei für die Getreideernte zu spät, sei aber noch nützlich beispielsweise für Rüben und Kartoffeln.

Auswirkungen auch auf Futtersituation

Eine Bewässerung des Getreides sei nicht möglich, sagt Matthias Eckel. „In den meisten Fällen rechnet sich das nicht.“ Seines Wissens nach gebe es in ganz Waldeck-Frankenberg nicht eine Bewässerungsanlage.

Die geringe Ernte habe auch Auswirkungen auf die Futtersituation im Landkreis. Die sei bereits angespannt, sagt Karsten Schmal. Die Wintergerste wird deutschlandweit zumeist als Futter für Schweine eingesetzt. Um die angespannte Lage zu ändern, müsse es noch einmal mehrere Tage kräftig regnen, um den Boden zu durchfeuchten.

Auch wenn jetzt zunächst mit der Ernte der Wintergerste begonnen wurde, während der Rest noch steht, vermutet Karsten Schmal, dass die gesamte Getreideernte unterdurchschnittlicher ausfallen werde. Das einzig Positive: Es ernte sich im Moment leichter, da die Bestände nicht so dicht seien.

Roggen ist robuster, aber kaum gefragt

Eine Getreideart, die robust und eher anspruchslos ist, zudem auch mit Trockenheit umgehen kann, ist der Roggen, sagt Karsten Schmal. Doch das Haupt beim Getreideanbau in Hessen sei Winterweizen. Das klassische Brotgetreide Roggen ist längst zu einem Nischenprodukt geworden. Weltweit wird es laut der Internetseite pflanzenforschung.de noch auf gut 5,5 Millionen Hektar angebaut. Zum Vergleich: Beim Weizen sind es rund 220 Millionen Hektar. 

Von Julia Janzen

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