Branchenumfrage unter Beschäftigten

Gewerkschaft kritisiert Arbeitsbelastung in Hotels und Gaststätten in Waldeck-Frankenberg

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Waldeck-Frankenberg – Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert, dass  die 4500 Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe in Waldeck-Frankenberg einer hohen Belastung ausgesetzt wären.

Bei einer Branchenumfrage in Hessen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland gaben 81 Prozent der Befragten an, dass die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren zugenommen habe. 45 Prozent seien mit den aktuellen Arbeitszeiten nicht zufrieden.

„Eigentlich sind die schlechten Arbeitsbedingungen seit Jahrzehnten gängig. Jetzt, wo junge Menschen auch Alternativen am Arbeitsmarkt finden, stöhnt die Branche und jammert vom Fachkräftemangel“, sagt Andreas Kampmann von der Gewerkschaft NGG, Region Nord- und Mittelhessen. Beschäftige im Hotel- und Gaststättengewerbe würden immer wieder berichten, dass Dienste kurzfristig verändert, Löhne nicht richtig abgerechnet und Pausen nicht eingehalten werden. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei schwierig. „Dies ist aber eine Begleiterscheinung der Branche und dürfte jedem Beschäftigten klar sein, der eine Ausbildung macht oder in das Gastgewerbe wechselt“, sagt Kampmann.

In der Mitteilung zur Branchenumfrage kritisiert die Gewerkschaft auch die Forderung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) – diese wolle die tägliche Höchstgrenze der Arbeitszeit von maximal zehn Stunden aus dem Arbeitsgesetz streichen und dafür eine Wochenarbeitszeit einführen, die dann auch 13 Stunden pro Tag ermögliche.

„Es geht uns ausdrücklich nicht um die Erhöhung, sondern um die Flexibilisierung von Arbeitszeit. Unser Vorschlag ist, im Einklang mit dem EU-Recht, auf eine Wochenarbeitszeit umzustellen, sodass an einzelnen Arbeitstagen mehr Flexibilität möglich ist“, sagt Jürgen Figge vom Kreisverband Waldeck-Frankenberg des DEHOGA.

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