Bekämpfung der Pflanze ist schwierig

Giftiges Jakobskreuzkraut breitet sich in Waldeck-Frankenberg weiter aus

Kreuzzug gegen das Jakobskreuzkraut: Elli Hecker aus Halgehausen reißt die giftigen Pflanzen an Straßenrändern bei Halgehausen aus. Es ärgert sie, dass so wenig gegen das Kraut getan wird, wie etwa hier zwischen Römershausen und Friedrichshausen.

Waldeck-Frankenberg. Das giftige Jakobskreuzkraut breitet sich immer weiter im Landkreis Waldeck-Frankenberg aus. 

Die gelb blühende Pflanze mit den leicht violetten Stängeln wächst vor allem am Rande von Straßen. Sie ist giftig für Tiere und Menschen. Bei Pferden führt schon eine geringe Dosis zum Leberversagen.

„Das Jakobskreuzkraut ist in ganz Waldeck-Frankenberg verbreitet – mit der Tendenz der weiteren Verdichtung und Neubesiedelung geeigneter Standorte“, sagt dazu die Untere Naturschutzbehörde (UNB). Als Grund für die Vermehrung werde laut UNB nicht zuletzt die fortschreitende Klimaerwärmung genannt. 

Keine groß angelegte Bekämpfung möglich

Da es sich um eine einheinische und keine zugewanderte Art handele, sei aus naturschutzfachlichen oder rechtlichen Gründen eine groß angelegte Bekämpfung, wie die des Riesenbärenklaus, nicht möglich. Landwirt sollten auf ihren Flächen allerdings gegen das Kraut vorgehen.

Auch die Kreisbauernverbände Waldeck und Frankenberg beobachten mit Sorge die Ausbreitung „Wir appellieren an die Landwirte, die Pflanzen auszureißen, sobald sie auf dem Feld wachsen“, sagt Matthias Eckel (Frankenberg). Dass ein Pferd im Landkreis wegen des Krautes erkrankte, sei ihm aber nicht bekannt. Das Jakobskreuzkraut vermehre sich vor allem an den Straßenrändern. 

„Ich sehe da gar keine Chance mehr, es noch wirksam zu dezimieren“, sagte er und bedauert, dass „Hessen-Mobil nicht früher tätig geworden ist.“

Pressesprecher Horst Sinemus sagt dazu: „Es gibt in Hessen kein Bekämpfungsgebot. Von daher ist die Bekämpfung keine originäre Aufgabe von Hessen-Mobil.“ Mit dem Landesbauernverband sei vereinbart, dass Bauern Hessen-Mobil frühzeitig melden, wenn das Kraut auf ihren Flächen wächst, damit die Straßenmeistereien dies in ihren Mähplänen berücksichtigen, um ein Aussäen zu verhindern. 

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