Jungen erkunden am Boys’ Day Arbeitsfelder im sozialen Bereich – Mädchen testen technische Berufe

Grenzen bei der Berufswahl ausloten

+
Ronja Reuter, Vanessa Kern und Rahel Korn sahen sich am Arbeitsplatz von Jessica Grasso und Daniel Sinemus bei Continental in Korbach um.

Korbach/Rhadern. Es war ungewohntes Terrain: Viele Mädchen aus dem Landkreis schnupperten gestern beim Girls' Day in den Arbeitsalltag von Männern, Jungs schauten sie beim Boys' Day soziale Berufe näher an.

Kim Köhler ist 11 Jahre alt. Welchen Beruf sie später mal ergreifen will, das weiß Kim noch nicht so genau. Aber wer sie an diesem Morgen in der Conti-Werkstatt fragt, was sie am Girls’ Day schon erlebt hat, der wundert sich. Denn Kim erzählt kurzerhand von Sensoren, vom Löten und von Steckübungen. Und sie klingt dabei wie ein alter Hase. „Diese technischen Sachen machen mir echt Spaß“, erklärt sie. Und dann ergänzt sie: „Ich kann mir gut vorstellen, so was mal beruflich zu machen.“ Und damit ist Kim ein seltener Glücksfall für den Girl’s Day. Der soll Mädchen typische Männerberufe schmackhaft machen. Continental lässt 20 Mädchen aus den 7. und 8. Klassen an diesem Donnerstagmorgen in technische Berufe schnuppern und ermöglicht Begegnungen. Zum Beispiel mit Jessica Grasso (29), die eigentlich Tiermedizinische Fachangestellte werden wollte und sich dafür auch komplett ausbilden ließ. Jetzt ist sie Azubi bei der Conti – als Verfahrensmechanikerin.

Den Fachkräftemangel hat Julia Müller, Pflegedienstleiterin im Pflegezentrum in Lichtenfels, im Blick. Und deswegen beteiligt sich das Haus am Girl’s Day, aber eben auch am Boys’ Day. Es gilt das gleiche Prinzip: Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, sollen auch Jungs schmackhaft gemacht werden. Janis Kalhöfer und Kevin Müller verbringen den Vormittag ebenso mit den Senioren wir Sophia Jerrentrup. „Wir bekommen sonst doch gar nicht mit, was in einem Pflegezent-rum passiert“, sagt Janis, „das ist eine gute Gelegenheit.“ Es steht allerdings fest: Er will Berufsfeuerwehrmann werden. (resa)

Mehr dazu lesen Sie in der WLZ am 29. April 2016.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare