Kampfmittelräumdienst gibt Entwarnung

Granate auf Dachboden in Frankenberger Altstadt entdeckt

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- So etwas findet niemand gerne auf den Dachboden: Beim Arbeiten hat Michael Schulz eine Panzergranate entdeckt. Der Kampfmittelräumdienst holte die Munition ab und gab Entwarnung: Gefahr gehe keine mehr von der Granate aus.

Wie die Hülse einer französischen Geschützgranate aus dem ersten Weltkrieg auf den Dachboden des Wohnhauses in der Frankenberger Altstadt gelangt ist, vermag Schulz nicht zu sagen. Doch der Schreck fuhr ihm gehörig in die Glieder, als er das 75-Millimeter-Geschoss entdeckte: „Zwischen alten Feuerwehr-Uniformen und einem Helm“, berichtet er.

Gemeinsam mit Raffael Kiebach hat er den Kamin durchs Dach gemauert und deshalb alte Kartons zur Seite geräumt. Dabei kam der Fund zum Vorschein. „Raffael hat das sofort als Granate erkannt. Ich habe daraufhin die Polizei verständigt.“

Beamte fotografierten die Granate und sendeten das Bild zum Kampfmittelräumdienst nach Wiesbaden. Der schickte daraufhin ein Team nach Frankenberg. Der Fund blieb an Ort und Stelle: „Ich hatte ein mulmiges Gefühl“, sagt Michael Schulz. „Ich wusste ja nicht, ob das Ding noch scharf ist.“ Eine „Riesenangst“ habe er dennoch nicht gehabt: „Die lag ja lange da, ohne dass was passiert ist.“

Feuerwerker Dieter Brunner traf gestern Mittag am Fundort in der Ritterstraße ein – und stellte schnell fest, dass von dem Fund keine Gefahr mehr ausgeht: „Das habe ich am Gewicht gemerkt, die ist vollkommen ungefährlich.“

Es handelt sich nur um die Hülse einer Granate, die also verschossen wurde – ob im Krieg oder bei einem Manöver ist ebenso offen wie die weitere Herkunft. Dennoch nahm Dieter Brunner den Fund mit, um zu verhindern, dass er irgendwo wieder auftaucht. Die Hülse werde ausgebrannt und verschrottet. „Der Zünder sieht noch gut aus, der kommt in unsere Munitionsmustersammlung“, sagte der Feuerwerker.

Seit zwei Jahren restauriert Michael Schulz das 1909 erbaute Haus, in dem früher ein Schmuckgeschäft ansässig war. Besuch von Behörden ist für ihn keine neue Erfahrung: „Bei mir war schon zweimal der Zoll“, berichtet er: Die Fahnder hätten vergeblich nach Schwarzarbeitern gesucht.

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