Waldeck-Frankenberg

Grass, Adorf und Delius in der Provinz

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- Waldeck-Frankenberg (gi-). In der Hessischen Landesvertretung in Berlin haben die Initiatoren gestern ihre Idee vom „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ vorgestellt. Das Festival soll vom 24. März bis zum 1. April in der nordhessischen Provinz realisiert werden wird.

Christiane Kohl, Journalistin und Mitinhaberin des Hotels „Landhaus Bärenmühle“, Michael Lemke, Marketingdirektor des Hotels „Die Sonne Frankenberg“ und Volker Deigendesch, Geschäftsführer des Hotels „Schloss Wal­deck“ präsentierten im Beisein von Landrat Dr. Reinhard Kubat und Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann das Konzept des Literaturfestivals. Dabei geht es um Nordhessen, mitten in Deutschland. Schmucke Fachwerkstädte, die größten Buchenwälder Europas plus „Nationalpark Kellerwald“ und intakte Natur prägen das Bild.

In dieser Region lebten und wirkten die Brüder Wilhelm und Jakob Grimm. Sie waren Forscher in Sachen Märchen, verfassten politische Schriften, fochten gegen die Kleinstaaterei und erarbeiteten das „Deutsche Wörterbuch“. Ihr Werk „Kinder- und Hausmärchen“ ist bis heute das wohl weltweit bekannteste und meistgelesene Buch deutschen Ursprungs. 2012 jährt sich die Herausgabe zum 200. Mal. Für die drei Hoteliers ein Grund, im Jubiläumsjahr ein Literaturfestival in der Grimm-Heimat zu etablieren. Nicht zuletzt auch, um die Kultur der Wal­deck-Frankenberger Heimat ins rechte Licht zu rücken, der heimischen Bevölkerung bewusst zu machen – und um den Tourismus zu forcieren.

„Alles fruchtbare Erkennen muss ein Fortwachsendes sein“, dieses Zitat von Jakob Grimm (1785 bis 1863) gilt als Leitgedanke des Festivals vom 24. März bis zum 1. April 2012. Weitere derartige Festivals sind auch in den nächsten Jahren geplant, jeweils mit Lesungen, Diskussionen und Workshops. „Mit einer hochwertigen Besetzung von Autoren wollen wir die Aufmerksamkeit auf unsere Region lenken und so auch den Begriff der Grimm-Heimat mit kulturellem Leben erfüllen“, sagt Christiane Kohl. Das Festival solle darüber hinaus Literatur-Freunde aus nah und fern anziehen, „und so eine bedeutende Strahlkraft entwickeln – regional und überregional“.

Seine Teilnahme am Festival fest zugesagt hat der Schriftsteller und Nobelpreisträger Günter Grass. Er liest aus seinem neuen Buch „Grimms Wörter“. Dabei sind ferner der Lyriker, Autor und diesjährige Georg-Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius, er ist zeitweise in Korbach aufgewachsen, sowie der bekannte Schauspieler Mario Adorf. Er wird Texte aus Grimms Märchen lesen. Es kommen ferner die Regisseurin, Schauspielerin und Autorin Adriana Altaras und der Dramatiker und Autor John von Düffel („Schreibworkshop“) sowie die Autoren Eva Gritzmann und Denis Scheck, Grimm-Biograf Steffen Martus und Filmproduzent Hubertus Meyer-Burckhardt; ein Kasseler. Die Gemeinsamkeit dieser Gäste: Alle haben oder hatten „Berührungen“ mit Nordhessen und den Grimms.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 31. August

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