Landkreis bestätigt 20 Influenza-Fälle

Grippewelle erreicht Waldeck-Frankenberg: Lehrer krank, Kitas leer

Waldeck-Frankenberg. Die Grippewelle hat in dieser Woche ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Und sie ist jetzt auch in Waldeck-Frankenberg angekommen. 

In Hessen wurden bislang sechs Todesfälle mit nachgewiesener Influenza erfasst, wie Sprecherin Mareike Schmidt vom Hessischen Ministerium für Gesundheit mitteilte. Einen Todesfall gab es im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis.

In Waldeck-Frankenberg sind dem Gesundheitsamt aktuell 20 bestätigte Influenza-Fälle bekannt, teilte Landkreis-Sprecherin Petra Frömel am Donnerstag auf Nachfrage mit. Allein zwölf dieser 20 Fälle stammen aus dieser Woche, fünf aus der vergangenen. Wie unsere Zeitung am 26. Januar berichtet hatte, gab es zu diesem Zeitpunkt für das Jahr 2018 noch keinen bestätigten Influenza-Fall in Waldeck-Frankenberg.

„Die Grippe tritt jetzt gehäuft auf“, sagte Frömel. Das Gesundheitsamt empfehle grundsätzlich, sich impfen zu lassen. Eine Immunisierung gegen die aktuelle Grippewelle werde jetzt aber vermutlich nicht mehr erreicht. Als beste Vorbeugung gilt eine sehr gute Handhygiene.

Grippe: Kinder stecken sich schnell an

Auch Schulen und Kitas melden derzeit viele Erkrankte – ob nur erkältet oder sogar an Influenza erkrankt, ist nicht bekannt.

Von der aktuellen Erkältungswelle wurde in dieser Woche zum Beispiel die Kindertagesstätte des DRK in Battenberg erwischt. Weil so viele Erzieherinnen erkältet sind, musste am Dienstag und Mittwoch eine Gruppe geschlossen werden. Die Eltern wurden gebeten, ihre Kinder nur dann in die Kita zu bringen, wenn sie an den beiden Tagen nicht in der Familie bleiben können. Dadurch ist die Einrichtung in dieser Woche deutlich leerer als üblich. 

„In der Regel können wir Krankheitsfälle abdecken. Es kann aber in Extremfällen vorkommen, dass bei einer Grippewelle eine Gruppe vorübergehend nur mit einer Notbetreuung gefahren wird und die Kinder, die zwingend betreut werden müssen, auf andere Gruppen verteilt werden“, sagte dazu Christian Peter, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Frankenberg. 

Im evangelischen Kindergarten in Berndorf war schon vergangene Woche deutlich zu sehen, dass viele derzeit erkältet sind – sowohl Erzieherinnen als auch Kinder. Auch dort wurden Gruppen zusammengelegt.

„Kitas sind besonders anfällig für solche Erkältungswellen, da ein sehr enger Kontakt zwischen allen Beteiligten in der Einrichtung gepflegt wird. Da ist die Wahrscheinlichkeit der Weitergabe von Erkältungen um einiges höher als bei einem normalen Büroarbeitsplatz“, sagte Christian Peter. 

Impfung gegen Grippe für DRK-Mitarbeiter

Der DRK-Kreisverband Frankenberg, der auch Seniorenheime betreibt, biete seinen Mitarbeitern jedes Jahr eine Grippeschutzimpfung an und übernehme die Kosten. Die Schutzimpfung sei jedoch nicht verpflichtend und die Mitarbeiter entscheiden selbst, ob sie dieses Angebot annehmen. „Wenn es natürlich um meldepflichtige Krankheiten geht, sind sowohl die Eltern bezüglich ihrer Kinder als auch die Mitarbeiter verpflichtet, die Einrichtung erst wieder zu besuchen, wenn eine vollständige Genesung eingetreten ist“, stellt Christian Peter klar.

Unterricht musste ausfallen

Auch an Schulen im Landkreis macht sich die Grippe- und Erkältungswelle bemerkbar. Beispiel Burgwaldschule Frankenberg: „Wir haben momentan einen erhöhten Krankenstand. Gestern waren mehr als zwölf Kollegen nicht da“, berichtete am Donnerstag Schulleiter Helmut Klein. „Das ist selbst für diese Jahreszeit nicht normal.“ 

Die Folge: Der Unterricht fiel am Mittwoch für einige Klassen komplett aus. Es mache keinen Sinn, sechs Stunden irgendwie durch Vertretung zu besetzen, bat Klein um Verständnis. „Wir möchten die Unterrichtsqualität sicherstellen.“ Klein hofft nun, dass die Grippewelle nicht weitere Kreise zieht. 

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