Umsatzverluste von bis zu 80 Prozent in den hessischen Unterkünften

Große Verluste für Jugendherbergen: Zwei im Landkreis noch mit guten Zahlen

Jugendherberge „Hohe Fahrt“
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Die Jugendherberge Hohe Fahrt gehört zu den Herbergen, die immerhin noch mindestens 35 Prozent des Vorjahresergebnisses schaffen.

Mit einem Umsatzverlust von bis zu 80 Prozent in diesem Jahr rechnet der Verband der hessischen Jugendherbergen, sagt Sprecher Knut Stolle. Doch sechs Unterkünfte werden wohl immerhin 35 bis 40 Prozent des Vorjahresergebnisses erzielen.

Waldeck-Frankenberg – Dazu gehören auch die Herbergen in Asel und Waldeck.

Im Durchschnitt sind die hessischen Jugendherbergen in diesem Jahr zu 20 bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausgelastet. Acht Häuser konnten nur weniger als 15 Prozent ihres Vorjahresergebnisses erzielen. Drei dieser Herbergen – Weilburg, Gießen und Zwingenberg – werden deshalb am Jahresende geschlossen.

Die vier Unterkünfte im Landkreis in Asel, Waldeck, Willingen und Korbach stehen vergleichsweise gut da. Während die beiden Herbergen am Edersee zu den Top fünf gehören, sortieren sich laut Knut Stolle Korbach und Willingen „unter den besseren 50 Prozent ein“. Das habe auch mit der guten Lage und der „touristischen Anerkennung des Landkreises“ zu tun.

Halbe Million Gäste fehlt am Ende des Jahres

Bezogen auf den gesamten Verband habe es seit März nicht einen Tag gegeben, an dem es keine Stornierungen gab. „Ein wenig“ habe man die Saison durch Familiengäste retten können. Noch am Jahresanfang hätten rund 470 000 Buchungen vorgelegen, die „in einem normalen Jahr um 150 000 bis 170 000 weitere gewachsen“ wären, so der Sprecher. „Aktuell haben wir noch 155 000 Übernachtungen für dieses Jahr in den Kalendern und wir gehen davon aus, dass wir noch weitere verlieren werden.“ Eine halbe Million Gäste werden am Jahresende in etwa gefehlt haben.

Hygiene im Mittelpunkt: Im Eingangsbereich der Jugendherberge Hohe Fahrt gibt es neben Hinweisschildern auch Trennwände. Herbergsleiter Florian Friedrich zeigt einen Flyer mit Corona-Regeln.

Das hessische Sozialministerium hatte im Mai eine Million Euro Soforthilfe für die hessischen Jugendherbergen bereitgestellt. Dennoch ist „die Situation weiter sehr angespannt“, so Stolle. „Ob weitere Schließungen notwendig werden, wissen wir noch nicht.“ Klar ist dafür: Geplante Neubauten wie in Marburg und umfassende Sanierungen wie in Kassel „wurden vorerst auf Eis gelegt“.

Um weitere Unterstützung zu bekommen, sei man „in guten und hoffnungsvollen Gesprächen mit der Landesregierung“. Man sei sicher, dass die Landesregierung wisse, dass Jugendherbergen „unverzichtbar“ sind. Zudem hofft der Landesverband auf Geld vom Bund. Aus einem entsprechenden Konjunkturprogramm werde man „voraussichtlich einen mittleren sechsstelligen Betrag beantragen“. 

Mehr Übernachtungen in Herbergen im Landkreis

Der hessische Jugendherbergsverband betreibt aktuell noch 31 eigene und zwei Partner-Jugendherbergen. In den vier Unterkünften in Waldeck-Frankenberg gab es 2019 insgesamt 78 452 Übernachtungen und damit gut 8000 mehr als noch 2018. Die meisten Übernachtungen gab es in Asel an der Hohen Fahrt mit etwa mehr als 28 000, darauf folgt Waldeck mit fast 20 000 Übernachtungen. Korbach hatte rund 17 000 Übernachtungen, Willingen etwa 14 600. (Julia Janzen)

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