Lothar Finger aus Frankenberg nimmt mit Obstgarten am Tag der offenen Gärten teil · Vieles selbst getestet

Große Vielfalt auf 350 Quadratmetern

Frankenberg - Mit seiner kleinen Obstplantage möchte Lothar Finger aus Frankenberg zeigen, dass auch auf wenig Platz viel erreicht werden kann.

Eine Obstplantage in der Illerstadt? Das gibt es, und zwar in der „Hengstfurt“. Seit 2009 hegt Lothar Finger dort Obstbäume und Beerensträucher in großer Vielfalt. Hauptsächlich Apfelsorten haben es dem Hobbygärtner angetan: 35 verschiedene Arten hat Finger auf 350 Quadratmetern zum Wachsen gebracht. Und dahinter verbirgt sich auch die Idee des Gartens: „Ich will den Leuten zeigen, dass auch auf einer kleinen Fläche vieles möglich ist“, sagt Finger.

In den Baumreihen wechseln sich alte deutsche Apfelsorten mit neueren ab. Unter anderem hat Finger im Frühjahr einen „Redlove Era“-Apfelbaum gepflanzt – eine Sorte aus der Schweiz, die ganz besondere Früchte trägt. Die Äpfel sind später nicht nur außen rot, sondern auch das Fruchtfleisch ist rötlich gefärbt. „Hier gedeihen Sachen, die anderswo nicht gedeihen“, sagt Finger. Allerdings bezieht er das nicht auf Südfrüchte: Er habe Aprikosen und andere Früchte angepflanzt, diese seien aber „nichts geworden“. Dies sei auch durch die Lage seines Gartens bedingt, denn zwischen Eder und Walkegraben sei es immer feucht und windig, berichtet der Hobbygärtner.

Um seinen Garten auf Vordermann zu bringen, testet Finger sehr viele Dinge selbst. Einen seiner zwei Golden-Delicious-Bäume hat er beispielsweise geschnitten, den anderen hat er wachsen lassen, um zu sehen, ob sich die beiden Bäume unterschiedlich entwickeln. Auch seine große „Grüne Reneklode“ diene ihm häufig als Testobjekt, berichtet der Hobbygärtner. Neben den zahlreichen Apfelsorten zieren den Garten aber auch einige für deutsche Verhältnisse exotische Früchte wie die asiatische Nashi-Birne – eine Birne, die aussieht wie ein Apfel.

Auch alte Beerenbüsche finden sich in Lothar Fingers Grünanlage. Einige davon seien sogar schon mehr als 50 Jahre alt, sagt er. Finger hat diese Sträucher von seinem Großvater übernommen. Damit die Schädlinge den Pflanzen nicht schaden, setzt der Hobbygärtner auf natürliche Mittel. Hornklee beispielsweise würde Hummeln anziehen. Kapuzinerkresse wirke abschreckend auf Ameisen und verhindere, dass die Insekten Blattlauskolonien auf den Obstbäumen anlegen. Die Möglichkeiten der biologischen Schädlingsbekämpfung sind auch eines der Hauptanliegen Fingers, auf die der Hobbygärtner am Tag der offenen Gärten aufmerksam machen möchte.

Marco Steber

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